Milchzähne – Gebissentwicklung von Kinderzähnen

Der erste Satz Zähne den Kinder erhalten, nennen wir Milchzähne. Allzu lange gab es in diesem Bereich das Gerücht, dass diese Zähne nicht so viele Pflege benötigen, wie die bleibenden Zähne da diese ja schließlich nicht ewig das Gebiss zieren. Inzwischen weiß man es besser, denn genau das Gegenteil ist der Fall.

Die Milchzähne sind die Basis für die Gesundheit der permanenten Zähne. Außerdem unterstützen diese ersten Zähne uns beim Erlernen einiger bedeutender Verhaltensweisen, wie das Sprechen und das Kauen.

Mit etwa einem Jahr brechen die ersten Milchzähne durch. Nicht selten wird dies von vielen Tränen begleitet und zahlreiche Eltern verbringen so manche schlaflose Nacht am Bett ihres Kindes. Die stressige Zeit ist damit aber noch nicht zu Ende, denn mit circa sechs Jahren verabschieden sich die ersten Milchzähne wieder und fallen aus. An ihrer Stelle treten dann die bleibenden Zähne.

Warum bekommen wir Menschen überhaupt Milchzähne?

Babys verfügen natürlich über einen viel kleineren Kiefer, als erwachsene Menschen. Demzufolge ist dieser in den ersten Jahren auch gar nicht groß genug, um all die bleibenden Zähne bei sich zu beherbergen. Aus diesem Grund, kommt erst einmal, wie bei allen Säugetieren, ein Milchzahngebiss zum Einsatz.

Genau, wie die permanenten Zähne verfügen auch die Milchzähne über Wurzeln, die die ersten Zähne fest im Kiefer verankern. Allerdings sind Milchzähne weitaus weniger widerstandsfähig und verfügen über eine geringere Dicke, wie die bleibenden Zähne. Daher ist es besonders bedeutend, dass die ersten Zähne gut gepflegt werden. Zahnärzte raten dazu, ab dem ersten Milchzahn eine regelmäßige Zahnpflege vorzunehmen.

Warum werden die ersten Zähne Milchzähne genannt?

Milchzähne haben ihren Namen ihrem Aussehen zu verdanken. So sind die ersten Zähne so weiß wie Milch und schimmern sogar etwas bläulich. Hinzu kommt, dass Babys in den ersten Monaten ihres Lebens, genau wie andere Säugetiere überwiegend Milch trinken. Dies hat bestimmt auch etwas mit der Namensgebung zu tun.

Wie wichtig sind Milchzähne?

Zahlreiche Eltern verstehen nicht, warum Milchzähne so wichtig für die Entwicklung ihres Kindes sind. Schließlich handelt es sich hier nicht um bleibende Zähne, sondern um die ersten Beißerchen, die lediglich ein paar Jahre das Gebiss der Kleinen zieren und dann ohnehin ausfallen.

Durchaus erfüllen Milchzähne aber einige wichtige Funktionen, die wie folgt aussehen:

  • Sind die ersten Milchzähne durchgebrochen, lernen Babys mit den ersten Zähnchen das zerkauen von Nahrungsmitteln. Später lernen sie ebenfalls das Sprechen. Beides ist ohne Zähne nur schwer möglich.
  • Natürlich gilt es auch die soziale Bedeutung eines schönen Gebisses nicht zu vergessen. Schon die Kleinen merken natürlich, dass ein Lächeln mit einem schönen Gebiss etwas Tolles ist.

Milchzähne sind Platzhalter für die bleibenden Zähne

Neben den oben genannten Funktionen erfüllen Milchzähne noch eine weitere wichtige Aufgabe. Sie wachsen und dienen damit als Platzhalter für die bleibenden Zähne. Aus diesem Grund, ist es wichtig, dass auch die Milchzähne gesund bleiben. Nur gesunde Milchzähne sorgen später auch für eine gesunde Zahngesundheit der permanenten Zähne. So sind gesunde, erste Zähne eine wichtige Basis dafür. Sind die Milchzähne hingegen krank, können diese zu früh ausfallen oder im schlimmsten Fall sogar für tote Zähne sorgen.

Im späteren Verlauf kann dies dazu führen, dass die bleibenden Zähne falsch wachsen oder aber dass diese nicht genügend Platz im Kiefer haben. Aus diesem Grund, müssen bei vielen Menschen auch oftmals die Weisheitszähne entfernt werden.

Wie ist ein Milchgebiss aufgebaut?

Für viele Eltern und ihren Nachwuchs sind die ersten Zähne mit Stolz verbunden. Gleichzeitig ist der Durchbruch der Milchzähne aber ebenso mit viel Stress, Kummer, wie Geduld verbunden. Letzteres ist auch kaum verwunderlich, denn auch die Kleinen müssen sich natürlich erst einmal an die neuen Zähne und die damit verbundenen Schmerzen beim Durchbruch gewöhnen. Schieben sich die ersten Zähne langsam, aber stetig durch das Zahnfleisch an die Oberfläche bezeichnet man dies auch als Zahnen. Bereits vor der Geburt des Kindes sind die Anlagen für die Entwicklung der Milchzähne gegeben worden.

Wann zeigt sich etwa das erste Zähnchen?

Etwa in einem Alter von sechs Monaten schieben sich die ersten Milchzähne durch das Zahnfleisch an die Oberfläche. In dieser Zeit haben die Kleinen oftmals mit verschiedenen Begleiterscheinungen, wie Fieber, Infekten, Durchfall, Unwohlsein und Ähnliches zu kämpfen. Nach und nach brechen jetzt weitere Milchzähne durch. Spätestens mit dem dritten Lebensjahr ist das Milchzahngebiss dann komplett. Wobei die Milchzähne stets kleiner sind, als die bleibenden Zähne.

Wie viele Milchzähne machen das Kindergebiss am Ende komplett?

Auch die Anzahl der Milchzähne zeigt Unterschiede zu der Anzahl der bleibenden Zähne. Das Gebiss eines erwachsenen Menschen zählt insgesamt 32 Zähne. Bei einem Milchgebiss hingegen finden sich im Mundraum eines Kindes lediglich 20 Zähne. So sind zehn Milchzähne im Ober- und zehn Milchzähne im Unterkiefer zu finden. Genauer gesagt, bedeutet das, dass sich vier Frontzähne, zwei Eckzähne, sowie vier Backenzähne entwickeln.

Die Reihenfolge der ersten Milchzähne

In den meisten Fällen beginnt das erste Zahnen bei Babys mit einem der beiden unteren Frontzähne. Diese sind in der Regel recht schmal und weisen somit auch weniger Fläche auf, so dass diese ersten Zähnchen sich leicht durch das Zahnfleisch schieben können. In dieser Zeit kann es beim Nachwuchs zu Zahnfleischschmerzen, sowie zu leichten Entzündungen kommen. Einige Zeit später brechen dann meist die oberen zwei Frontzähne durch.

Erst mit etwa einem Jahr folgen dann die Eckzähne und am Ende die Backenzähne. Wobei sich die Natur nicht immer an diese Vorgaben hält. So gibt es sogar Babys die bereits mit einem oder gleich mehreren Milchzähnen zur Welt kommen. Spätestens mit drei Jahren sind dann meist alle ersten Zähne durchgebrochen und das Milchgebiss ist komplett angelegt.

Was gilt es bei den ersten Milchzähnen zu beachten?

Nach dem ersten Zahnen der Frontzähne und der damit verbundenen Anpassung verläuft das Durchbrechen der anderen Milchzähne meist etwas unproblematischer. Der Nachwuchs muss sich auch hier erst einmal an die verbundenen Schmerzen und das Unbehagen gewöhnen. Vor allem in der Nacht haben die Kleinen meist mit Unwohlsein während des Zahnens zu kämpfen, so dass es zu sehr unruhigen Nächten kommen kann.

Vorzeichen des Zahnens

Mit ungefähr drei Monaten fangen Babys an ihre Umwelt mit dem Mund zu erkunden. Alles, was sie in ihre kleinen Finger bekommen, wird automatisch in den Mund gesteckt. Außerdem beginnt der Nachwuchs jetzt meist an vermehrt zu sabbern und beißt überall hinein. Zahlreichen Kleinkindern verschafft es Erleichterung, wenn sie jetzt auf einem Beißring oder ähnlichen Gegenständen herumkauen können.

Neben dem vermehrten Speichelfluss führt das Zahnen aber ebenso zu verschiedenen Beschwerden. So schlafen die Kleinen jetzt weitaus unruhiger und schlechter. Außerdem kann das Zahnen dazu führen, dass der Nachwuchs des Nachts beginnt mit den Zähnen zu knirschen. Zahlreiche Eltern berichten auch darüber, dass ihre Babys jetzt viel schneller reizbar sind. Zusätzlich kann es zu Durchfall, Fieber und weiteren Beschwerden kommen, die meist auf gleichzeitig auftretende  Infekte zurückzuführen sind.

Wie lassen sich die Beschwerden, die oft mit dem Zahnen auftreten, lindern?

Sind die Kleinen ständig am Quengeln, weinen viel und nichts scheint die Laune des Babys heben zu können, weil die durchbrechenden Milchzähne für Beschwerden sorgen, gibt es zahlreiche Hausmittel die Linderung verschaffen können. Spezielle Zahn-Gels, aber auch ein gekühlter Beißring können dem Baby jetzt helfen. Sind die Beschwerden sehr stark gilt es den Kinderarzt um Rat zu fragen.

Milchzähne richtig pflegen

Spätestens wenn der erste Milchzahn beim Nachwuchs zu sehen ist, gilt es das Kind an eine regelmäßige Zahnpflege zu gewöhnen. Bevor der erste Zahn durchbricht, sind Kariesbakterien im Mund des Kindes zugegen, so dass die Gewöhnung an die Zahnbürste spätestens mit dem ersten Zahn sattfinden sollte.

Wenn die ersten Milchzähne wackeln

Meist pünktlich zum Schulanfang, also ab dem sechsten Lebensjahr, fallen die ersten Milchzähne schon wieder aus. Jetzt schieben sich die bleibenden Zähne durch das Zahnfleisch nach oben und dabei kommen ihnen natürlich die Wurzeln der Milchzähne in die Quere. Mit der Zeit gibt diese dann dem Widerstand nach und der Milchzahn lockert sich, um dann irgendwann auszufallen. Hier mit Gewalt den Milchzahn zu ziehen, ist aber der falsche Weg und auch nicht nötig.

  • Zwischen 5 und 9 Jahren

In diesem Zeitraum entwickeln sich meist die ersten hinten liegenden Backenzähne, ohne dass die ersten Zähne ausfallen müssen, da noch genügend Platz vorhanden ist. Im Anschluss daran kommt es aber oftmals zu ersten Wackelzähnen. In der Regel handelt es sich hier um die mittleren unten liegenden Schneidezähne. Anschließend beginnen dann meist die oberen, mittleren Frontzähne sich zu verabschieden. Nach einer kurzen Pause geht es dann mit den seitlichen Schneidezähnen weiter.

  • Zwischen 9 und 12 Jahren

Als Erstes erscheinen jetzt die kleinen Backenzähne. Anschließend folgen die Eckzähne und erst dann die großen Backenzähne hinten. Bis zum 13. Lebensjahr sollte das bleibende Gebiss dann vollständig sein.

Die Weisheitszähne hingegen bilden meist die Nachhut und brechen erst zwischen dem 17 und 23 Lebensjahr durch.

Milchzähne richtig ziehen

Ist der bleibende Zahn unter dem Milchzahn blockiert, kann dies damit zusammenhängen, dass der erste Zahn bereits mit Karies zu kämpfen hat. In den meisten Fällen gilt es sich aber einfach ein bisschen zu gedulden und der Natur freien Lauf zu lassen. Meist ist es so, dass sich die Milchzähne von ganz alleine verabschieden. Klagt der Nachwuchs allerdings ständig über Schmerzen und die ersten Zähne fallen nicht von allein aus, ist es ratsam einen Zahnarzt aufzusuchen.

Fazit: Milchzähne erfüllen ebenfalls wichtige Aufgaben und somit gilt es diese ebenfalls regelmäßig zu pflegen und zu hegen. Mit dem Durchbruch des ersten Zahns sollten Eltern ihre Kleinen an die regelmäßige Zahnpflege gewöhnen und die Milchzähne morgens, wie abends gründlich putzen.

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Über Robert Milan

Der Autor: - Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Lebensweise. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.