Mundtrockenheit – Ursachen und Behandlung einer Xerostomie

Mediziner bezeichnen Mundtrockenheit auch als Xerostomie. In diesem Fall kommt dauerhaft zu einer verminderten Produktion von Speichel, so dass der Mundraum etappenweise austrocknet. Jeder Betroffene empfindet einen trocknen Mund aber anders, so dass nicht jeder gleich stark mit diesem Problem zu kämpfen hat.

Mundtrockenheit besitzt allerdings einen weitreichenden Einfluss auf den gesamten, menschlichen Körper, so dies in vielen Fällen die Lebensqualität stark einschränkt.

Welche Symptome sprechen für eine Mundtrockenheit?

Körperliche Symptome, die häufig bei einem trocknen Mund auftreten:

  • Schluck-, wie Kauprobleme
  • Rissige Lippen
  • Brennende Schmerzen beim Schlucken, wie Sprechen
  • Zu trockene Mundschleimhäute
  • Zunge verklebt mit den Mundschleimhäuten

Mundtrockenheit begünstigt ebenfalls die Kariesentstehung und fördert ebenso Entzündungen des Zahnfleischs. Im schlimmsten Fall kann ein zu trockner Mund zu einer Zahnbettentzündung führen. Zahnmediziner sprechen hier auch von der sogenannten Parodontitis, welche oftmals mit einem Zahnverlust einher ergeht.

Was führt zu einer Mundtrockenheit?

Durch die Bildung zu geringer Speichelmengen entsteht im Grunde die Mundtrockenheit. Produziert der Körper zu wenig Speichel nennen Experten dies auch Hyposalivation.

Folgende Umstände können zu einer verminderten Speichelproduktion führen:

  1. Fortgeschrittenes Alter

Viele ältere Menschen trinken zu wenig. Demnach fehlt es an Flüssigkeit um genügend Speichel produzieren zu können. Hinzu kommt, dass sich die körperlichen Funktionen mit dem Älterwerden verlangsamen. Oftmals müssen ältere Personen regelmäßig verschiedene Arzneien einnehmen, so dass sich die Mundtrockenheit dadurch zusätzlich verstärkt.

  1. Ungesunder Lebensstil

Gerade, Menschen, die viel Alkohol zu sich nehmen und demnach mit Leberproblemen zu kämpfen haben, aber auch Raucher kämpfen nicht selten mit einem zu trocknen Mund.

  1. Psychischer Druck

Stress, Nervosität, aber auch Lampenfieber begünstigen meist zeitweise das Atmen durch den offenen Mund. Die Luft, die jetzt von außen in den Mundraum gelangt, lässt die Schleimhäute und bei längerem Sprechen ebenfalls die Stimmbänder austrocknen.

  1. Medikamentöse Therapien

Bei zahlreichen Arzneimitteln ist die Mundtrockenheit eine auftretende Nebenwirkung. Bei Medikamenten gegen Blasenschwäche, Schlafmitteln, Präparate gegen Herzkrankheiten, aber ebenso bei einer Strahlentherapie gegen Krebs kommt es häufig vor, dass Patienten mit einem zu trocknen Mund zu kämpfen haben.

  1. Mehrere Folgeerkrankungen

Entzünden sich die Speicheldrüsen oder es bilden sich Speichelsteine kann auch dies zu einer Mundtrockenheit führen, wenn schädliche Bakterien durch den Speichelmangel nicht mehr zu Genüge bekämpft werden können.

  1. Erkältungen

Auch Erkältungen können eine Mundtrockenheit fördern. Durch die verstopfte Nase atmen Betroffene dann meist durch den Mund, so dass dieser trocken wird. Auch eine Schilddrüsenstörung kann für Mundtrockenheit sorgen.

  1. Verschiedene schwere Grunderkrankungen

Sowohl die Zuckerkrankheit, als auch eine Störung der Harnausscheidung führen zu Mundtrockenheit. Hierbei handelt es sich um ein Symptom der genannten Krankheiten. Frauen, um die 50 können außerdem an dem sogenannten Sjögren-Syndrom erkranken. Diese Autoimmunkrankheit zerstört als Folge Speichel-, wie Tränendrüsen.

Ebenso können aber auch ganz harmlose Faktoren, wie eine zu trockene Raumluft, ständiges Schnarchen in der Nacht oder das Atmen durch den Mund im Schlaf für eine Mundtrockenheit sorgen. Wer längere Zeit das Gefühl hat, dass sein Mund zu trocken ist, sollte daher einen Mediziner aufsuchen, um die Ursache für dieses Problem zu finden.

Wie entsteht eigentlich Speichel?

In den paarweise vorhandenen Speicheldrüsen wird der Speichel hergestellt. Circa 90% des nötigen Speichels werden von den Ohrspeicheldrüsen, den Unterkieferdrüsen, wie den Unterzungendrüsen produziert. Die restlichen zehn Prozent hingegen bilden die einzelnen Klein-bis Kleinstdrüsen, die in der Mundschleimhaut, den Lippen, wie dem Mundraum zu finden sind. Zwischen einem und eineinhalb Liter Speichel produziert ein gesunder Mensch täglich.

Wofür ist Speichel gut?

Zu großen Teilen besteht Speichel aus Wasser. Außerdem finden sich hier Elektrolyte, Eiweiße, wie Enzyme. Da der Speichel außerdem von unterschiedlichen Drüsen hergestellt wird,  unterscheidet sich dieser primär in seiner Konsistenz. Speichel, welcher aus den Ohrendrüsen stammt, ist demnach eher wässrig, während der Speichel, der in den Drüsen des Mundes hergestellt wird, eher eine schleimige Beschaffenheit besitzt.

Wofür benötigt der menschliche Körper Speichel?

Sowohl die Gesundheit der Zähne, als auch die körperliche Gesundheit profitieren von einer ausreichenden Speichelmenge.

Folgende Funktionen übernimmt der Speichel im menschlichen Körper:

  • Geht es um den Genuss von Nahrungsmitteln spielt der Speichel eine bedeutende Rolle, denn durch diesen gelangen lösliche Geschmackssubstanzen zu den Geschmackzellen, welche sich in der Zunge befinden. Gleichzeitig enthält der Speichel das Verdauungsenzym a-Amylase. Mit diesem werden die Kohlenhydrate aus der Nahrung gespalten und so nutzbar für den Organismus gemacht.
  • Der Speichel übernimmt ebenso eine Schutzfunktion. Er reinigt den Rachenraum, sowie die Mundschleimhäute und überzieht diese mit einem natürlichen Schutzfilm, welcher aus Glykoproteinen besteht. Ohne diesen Schutz haben Viren, Bakterien, wie Pilze es leicht sich im menschlichen Körper auszubreiten und schwere Entzündungen hervorzurufen.
  • Eine sogenannte Transportfunktion übernimmt hingegen der muköse Speichel. Er befördert den zuvor zerkauten Speisebrei in die Speiseröhre und sorgt dafür, dass dieser einfacher heruntergeschluckt werden kann.
  • Beim Schutz des Zahnfleisches, wie der Zähne spielt der Speichel dagegen eine Kernrolle, denn die durch die Spülfunktion, die der Speichel besitzt, werden die Bakterien im Mund bekämpft, die gemeinsam mit dem Zucker den Zahnschmelz attackieren. Da der Speichel basisch ist, kann dieser bis zu einem gewissen Grad die Säuren im Mundraum neutralisieren. Zusammen mit den Mineralstoffen, sowie Fluoriden, welche sich ebenfalls im Speichel befinden, begünstigt ein geregelter Speichelfluss die Renaturierung des Zahnschmelzes. Außerdem beugt dieser Entzündungen im Mundraum vor.
  • Sind die Lippen gut durchfeuchtet und ausreichend Speichel im Mund, wie Rachenraum ist zugegen, führt dies auch zu einer besseren Beweglichkeit, sowie wie Flexibilität der Schleimhäute, der Stimmbänder und de Gewebes. Das Sprechen fällt somit weitaus leichter, so dass der Speichel auch das Artikulieren begünstigt.

Falls der Organismus aufgrund einer Krankheit, eines ungesunden Lebensstils oder dem Alter über eine längere Zeit nicht fähig ist ausreichend Speichel zu produzieren, kann es zu Folgewirkungen kommen. Häufig führt dies zu einem fehlenden Appetit, da zu geringe Speichelmengen das Geschmacksempfinden stören. Auch das Schlucken der Speisen wird erschwert und Hauttrockenheit, wie Verdauungsstörungen kann ebenfalls auftreten.

Wie wichtig ist der Speichel für die Zahngesundheit?

Der Speichel im Mund ist das wichtigste, natürliche Reinigungs-, wie Schutzsystem für die Mundschleimhäute und für die Zähne. Gäbe es diesen Speichel nicht wären die Zähne innerhalb weniger Wochen vollständig zerstört. So sorgt der Mundspeichel für eine kontinuierliche Reinigung der Zähne, der Zahnzwischenräume, des Zahnfleischs, sowie der Mundschleimhäute.

Mit Hilfe des Speichels werden außerdem Speisereste aus dem Mundraum hinausgespült, so dass diese den Bakterien nicht als Nahrungsgrundlage dienen können. Auf diese Weise kommt es zu einer Vorbeugung von Entzündungen des Zahnhalteapparats, wie des Zahnfleischs. Ebenso wird die Kariesentwicklung gehemmt.

Der leicht alkalische Speichel neutralisiert außerdem bis zu einem gewissen Grad Säuren. Diese werden meist  durch Bakterien oder den Verzehr saurer Speisen gebildet. Ohne den Speichel käme es demnach allzu schnell zu einer Zerstörung des Zahnschmelzes bzw. zu einer Beschädigung dessen. Die im Speichel gelösten Mineralien, wie Kalium, Natrium, aber auch Fluoride remineralisieren die Zähne und sind fähig die Kariesentwicklung bis zu einem gewissen Grad selbst zu hemmen. Das sorgt wiederum für ein strahlendes Lächeln mit weißen Zähnen.

Wie kann der Speichelfluss angekurbelt werden?

Haben Sie mit Mundtrockenheit zu kämpfen, lässt sich dieser nur auf lange Sicht besiegen, indem die Ursache medizinisch behandelt wird oder der Mediziner den therapeutischen Ansatz überdenkt. Durchaus gibt es aber ebenfalls ein paar Mittel und Dinge die helfen können die Speichelproduktion anzukurbeln und somit den Speichelfluss kurzzeitig zu steigern.

Folgende Maßnahmen können die Speichelherstellung anregen:

  • Trinken Sie täglich mindestens zwischen zwei und drei Liter Wasser.
  • Kräftiges Kauen fördert die Speichelproduktion ebenfalls. Es ist ratsam auf zuckerfreie Kaugummis oder rohes Gemüse zurückzugreifen.
  • Nach dem Essen ist es empfehlenswert den Mund mit Wasser auszuspülen, denn auch dies aktiviert die Produktion von Speichel.
  • Um die Zahnpflege noch ein wenig zu verbessern, ist es ratsam auf Mundspülungen, -gels oder –sprays zurückzugreifen. Regelmäßige Anwendungen helfen Mundtrockenheit zu lindern.

Allgemein gesagt, hilft natürlich ebenso eine regelmäßige, wie gründliche Zahnpflege, indem stets die richtige Zahnbürste, wie Zahnseide täglich zum Einsatz kommt.

Fazit: Mundtrockenheit sorgt demzufolge nicht nur für ein unangenehmes Gefühl im Mund-, wie Rachenraum, sondern kann auch die Zahngesundheit stark beeinträchtigen. Eine zu geringe Speichelproduktion führt ebenfalls dazu, dass das Geschmacksempfinden negativ beeinflusst wird, so dass Appetitlosigkeit ebenso mit einem zu trockenen Mund in Zusammenhang stehen kann. Ursachen für eine Mundtrockenheit finden sich viele, so dass es ratsam ist einen Arzt aufzusuchen, wenn dieses Problem längere Zeit bestehen bleibt.

Mundtrockenheit – Ursachen und Behandlung einer Xerostomie
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