Provisorischer Zahnersatz Kosten
Bis ein Patient den richtigen, vollends angepassten Zahnersatz erhält, kann einige Zeit ins Land gehen. Deshalb gibt es den „provisorischen Zahnersatz“; auch Provisorium genannt. Allerdings sind die provisorischer Zahnersatz Kosten viel geringer, wodurch sich schlussendlich viele für diese Variante entscheiden. Denn wenn es etwas Teures in Deutschland gibt, dann sind es zahnmedizinische Eingriffe und Prothesen. Aus diesem Grund lohnt es sich definitiv diese Alternative einmal in Betracht zu ziehen.
Inhaltsverzeichnis
Interimsprothese als provisorischen Zahnersatz
Das Provisorium wird auch als „Interimsprothese“ bezeichnet. Es bezeichnet als einen Zahnersatz, welcher normalerweise bis zur Fertigstellung des richtigen Zahnersatzes genutzt wird. Dabei ergänzt die Prothese die noch bestehenden Zähne hinsichtlich der Funktion und natürlich der Ästhetik. Dabei gibt es verschiedene Formen des Provisoriums, welche sich von Kronen, Brücken bis hin zu einfachem herausnehmbaren Zahnersatz erstrecken.
Die wichtigsten Prothesen:
- Einfache Klammerprothesen
- Leichte Vinylprothesen
- Modellgußprothesen
- Vollprothesen
Die Klammerprothesen kommen meisten mit einer festen Kunststoffbasis und gebogenen Stahlklammern. Eine Vinylprothese hingegen mit einfachen Klammern und einem zahnfleischfarbenem Kunststoff.
Gründe für einen provisorischen Zahnersatz
Grob zusammenfassen lassen sich die Gründe auf den eigentlichen Sinn des provisorischen Zahnersatzes. Besteht eine unabgeschlossene Vorbehandlung, oder entwickelt sich ein Gebiss noch. Dabei kann es zur Änderung von biologischen Eigenschaften und damit zur Planung kommen.
Weitere Gründe sind:
- Probezeit im ästhetisch und funktionellem Sinn
- sich ändernde Bissverhältnisse durch Zahnstellung
- unsichere Pfeilersituation bei vorhandenden Zähnen z.B. durch Parodontitis
- Abwarten von Heilungsvorgängen nach Zahnentfernung
Vorteile und Nachteile der Prothesen
Einfache Klammerprothesen
Eine der häufigstgenutzten Methoden und auch gleichzeitig die billigste Prothese. Sie erhalten damit einen relativ stabilen Kunststoffersatz. Dabei ist der zahnfleischfarbende Kunststoff aus dem gleichen Material wie eine Vollprothese und bleibt damit qualitativ sehr gut. Zusätzlich ist an dem Kunststoff gebogenen Stacheldraht für den nötigen Halt an den Zähnen.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| geringe Kosten | geringe Ästhetik durch sichtbare metallische Klammern |
| Unterstützung durch gesetzliche Krankenkasse | annehmbarer Tragekomfort, allerdings mit Einschränkungen des Mundraums |
| schnelle Anfertigung innerhalb eines Tages | Material kann Brechen |
| leichte Modifikation - Erweiterungen oder Unterfütterung möglich | Prothese kann sich lockern |
| Beeinflussung der Sprachfähigkeit | |
| Beeinträchtigung der Kaufunktion |
Leichte Vinylprothesen ohne Klammern
Auch eine der günstigeren Modelle, allerdings mit weiteren Vorteilen, gegenüber der günstigsten Prothesenart. Die Form aus Vinyl steigert den Tragekomfort enorm. Die Basis ist wesentlich dünner, leichter und kann dabei noch flexibler agieren. Ohne zu zerbrechen natürlich. Auch die Halterung ist ein richtiger Bestandteil der Prothese, was bedeutet das metallenen Klammern fehlen.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Insgesamt geringe Kosten | keine optimale Belastung der Stützzähne |
| angenehmer Tragekomfort durch erhöhte Flexilibität | Sprachfähigkeit und Kaufunktion ist eingeschränkt |
| ästhetisch hochwertiger durch zahnfleischfarbende Klammern | keine Erweiterungen möglich und auch keine Unterfütterung |
| geringe Bruchgefahr | Fertigungszeit beträgt ganze zwei Wochen |
| Betrag ist nicht mit der Krankenkasse verrechenbar (volle Belastung) |
Modellgußprothesen
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Routineverfahren mit sehr guten Ergebnissen | Einschränkung der Sprachfähigkeit möglich |
| unkomplizierte Herstellung | Einschränkung der Kaufunktion |
| geringe Kosten für hohe Qualität | Klammern sorgen für eine geringe Ästhetik |
| Verwendung auch im endgültigen Zahnersatz | Klammern können Zähne schädigen |
| Erweiterungen und Unterfütterungen möglich |
Eine Option, welche auch als endgültiger Zahnersatz eingesetzt wird, ist die Modellgussprothese. Diese kann allerdings auch als hochwertiger provisorischer Zahnersatz angesehen werden. Der große Vorteil an dieser Prothese ist, dass die Preise erschwinglich sind. Viele Nutzer berichten, dass sie sich mit den Nachteilen schnell arrangieren konnten, wodurch diese weniger schwer ins Gewicht fallen.
Vollprothesen
Kommt es zu einem Extremfall wie der Zahnlosigkeit, dann können auch Vollprothesen einen provisorischen Ersatz darstellen. Dabei ist Qualität und Material häufig dasselbe, wie bei einer richtig angefertigten Prothese. Dabei können die Kosten auch sehr stark schwanken. Je nach Verfahren, Anpassungen und Besonderheiten beginnt eine Prothese hinsichtlich provisorischer Zahnersatz Kosten bei mindestens 800 Euro.
Materialien, Herstellungsverfahren oder genauen Indikationen für die einzelnen Prothesenarten
Es gibt verschiedene Arten von Zahnprothesen, die sich in Materialien, Herstellungsverfahren und Indikationen unterscheiden.
Materialien
Die gängigsten Materialien für Zahnprothesen sind:
- Kunststoffe: Vor allem PMMA (Polymethylmethacrylat) wird häufig für herausnehmbare Prothesen verwendet.
- Metalle: Insbesondere Chrom-Kobalt-Legierungen kommen bei Modellgussprothesen zum Einsatz.
- Keramik: Wird oft für festsitzende Prothesen und Einzelkronen verwendet, da es ästhetisch ansprechend und biokompatibel ist.
- Zirkonoxid: Ein hochwertiges Keramikmaterial, das sich durch hohe Festigkeit und gute Ästhetik auszeichnet.
Herstellungsverfahren
Die Herstellung von Zahnprothesen erfolgt durch verschiedene Verfahren:
- Konventionelle Herstellung: Hierbei werden Abdrücke genommen und im Labor Modelle erstellt, auf denen die Prothesen manuell gefertigt werden.
- CAD/CAM-Technologie: Computergestützte Verfahren ermöglichen eine präzise digitale Planung und maschinelle Fertigung von Prothesen.
- 3D-Druck: Eine innovative Methode, bei der Prothesen schichtweise aufgebaut werden, was besonders bei komplexen Geometrien vorteilhaft ist.
Indikationen für verschiedene Prothesenarten
Totalprothesen
- Indikation: Vollständiger Zahnverlust im Ober- oder Unterkiefer.
- Material: Meist aus Kunststoff (PMMA) gefertigt.
Teilprothesen
- Indikation: Teilweiser Zahnverlust, wobei noch eigene Zähne vorhanden sind.
- Material: Kunststoff oder Metallgerüst mit Kunststoffzähnen.
Modellgussprothesen
- Indikation: Größere Zahnlücken bei noch vorhandenen eigenen Zähnen.
- Material: Metallgerüst (oft Chrom-Kobalt) mit Kunststoffzähnen und -basis.
Festsitzende Brücken
- Indikation: Ersatz von einem oder mehreren fehlenden Zähnen, wenn benachbarte Zähne als Pfeiler dienen können.
- Material: Keramik, Zirkonoxid oder Metallkeramik.
Implantate
- Indikation: Einzelzahnersatz oder Verankerung von Prothesen bei fehlendem Zahnhalteapparat.
- Material: Titanimplantat mit keramischer oder metallkeramischer Krone.
Die Wahl der geeigneten Prothesenart hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Ausmaß des Zahnverlusts, dem Zustand des Kieferknochens, den ästhetischen Ansprüchen und nicht zuletzt den finanziellen Möglichkeiten des Patienten.
Quellen:
- Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV): „Zahnersatz – Heil- und Kostenplan“. https://www.kzbv.de/zahnersatz-heil-und-kostenplan.60.de.html
- Bundeszahnärztekammer (BZÄK): „Zahnersatz“. https://www.bzaek.de/fuer-patienten/patienteninformation/zahnersatz.html
- Verbraucherzentrale: „Zahnersatz: Welche Kosten kommen auf Sie zu?“. https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/aerzte-und-kliniken/zahnersatz-welche-kosten-kommen-auf-sie-zu-12516
- Techniker Krankenkasse: „Zahnersatz: Kosten und Zuschüsse“. https://www.tk.de/techniker/leistungen-und-mitgliedschaft/informationen-versicherte/leistungen/zaehne/zahnersatz-2006948
- Stiftung Warentest: „Zahnzusatzversicherung: Schutz vor hohen Kosten“. https://www.test.de/Zahnzusatzversicherung-Schutz-vor-hohen-Kosten-4817844-0/