Zahnkronen einsetzen – Ablauf, Haltbarkeit und Kosten

Eine Zahnkrone ist ein Zahnersatz, den früher oder später sicherlich jeder einmal benötigen wird. Muss ein Zahn ersetzt werden, da er erkrankt oder ausgefallen ist, bieten sich Zahnkronen als gute Alternative an. Ganz gleich ob sie auf bestehenden Zähnen oder auf Implantaten verankert werden muss, beide Möglichkeiten bieten sich hervorragend an.

Wann genau eine Zahnkrone zu empfehlen ist und was Sie darüber wissen sollten, finden Sie in diesem Artikel!

Zahnkrone – Wozu dient sie?

Eine Zahnkrone kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein Stück Zahn abgebrochen oder dieser, aufgrund einer Erkrankung nicht mehr zu retten ist. Meist passiert dies aufgrund von Unfällen oder aber auch einem Karies Befall. Die Zahnkrone dient als effektiver Ersatz für den natürlichen Zahn und kann heutzutage schon fast unsichtbar eingesetzt werden. Während die Zahnkronen früher auffallend in Gold aus dem Mund glänzten, gibt es heutzutage schon verschiedene Alternativen, um sie nicht erkennen zu lassen.

Dazu gehören:

  • Zahnkronen aus Keramik
  • Zahnkronen aus Titan

Beide Kronen sehen den natürlichen Zähnen zum verwechseln ähnlich und werden somit nicht auf Anhieb als solche erkannt. Dennoch gibt es noch zahlreiche andere Alternativen, welche ich Ihnen gleich vorstellen möchte.

Um eine Zahnkrone einsetzen zu können bedarf es einer Zahnwurzel. Dabei ist es ganz gleich, ob sie natürlicher Art oder ein Implantat ist. Zahnkronen gehören heutzutage zum beliebtesten Zahnersatz der Menschen. Welche Zahnkrone auch für Sie in Frage kommen könnte, erfahren Sie jetzt.

Zahnkrone – Welche Unterscheidungen gibt es?

Die Wahl der Zahnkrone kann nicht nach Lust und Laune geschehen. Welche Zahnkrone sich für Sie eignet, hängt vom Zustand Ihrer Zähne, aber auch von den jeweiligen Kosten ab. Es gibt sechs verschiedene Varianten, die zum Einsatz kommen können:

  1. Die Teilkrone

Manchmal benötigt ein Zahn nur eine halbe Krone, welche Teilkrone genannt wird

  1. Die Stiftkrone

Ist der restliche, natürliche Zahn nicht mehr gebrauchsfähig, wird dieser durch einen Stift, eine Art Mini Schraube, ersetzt. Dieser dient als Halter für die Krone und wird Stiftkrone genannt.

  1. Die Mantelkrone

Die Mantelkrone ummantelt, wie der Name schon sagt, einen vorhandenen Zahn. Meist ist dieser nur oben abgebrochen.

  1. Die Jacketkrone

Manchmal wird das Metall einer Krone von einer Keramik Schicht umhüllt. Diese Art von Krone nennt sich Jacketkrone.

  1. Die Doppelkrone

Eine Doppelkrone besteht immer aus zwei Kronen. Die Grundlage wird durch eine feste Krone aus Metall gelegt. Darauf befestigt man eine weitere Krone, die ein anderes Material besitzen kann. Diese zweite Krone ist herausnehmbar.

  1. Die Vollgusskrone

Eine Vollgusskrone kennt jeder sicherlich aus den vielen Musikvideos der amerikanischen Rapper. Diese Art von Zahnkrone wird vollständig aus einem Material erstellt, welches meistens Gold ist.

Jede dieser einzelnen Kronen hat seine eigene Funktion. Um die Richtige für sich auszuwählen, ist es wichtig bestimmte Punkte zu beachten:

  • Was kann die jeweilige Krone?
  • Wie groß muss diese sein?
  • Welches Material soll sie haben?
  • In welchem Zustand befinden sich die Zähne?

Meist fungieren Kronen als Zahnersatz und dienen als Sprech- und Kauhilfe. Manchmal benötigt man Kronen aber auch, als Schutzfunktion anderer Zähne, zur Befestigung einer Brücke oder als Verankerung eines anderen Zahnersatzes.

Je nach Zustand des verbleibenden Zahnes entscheidet der Zahnarzt gemeinsam mit Ihnen, welche Krone sich anbietet und ob ein Stift in den Kiefer gesetzt werden muss. Besprechen Sie in dem Fall auch direkt einen Kostenvoranschlag, um die weiteren Planung Ihres Zahnersatzes fortzuführen.

Die Vorteile und Nachteile der Zahnkrone

Wie bei jedem Eingriff gibt es auch bei den Zahnkronen Vor- und Nachteile, die man sich im Vorhinein bewusst machen sollte. Dazu zählen:

  • Die Zähne können trotz Karies „repariert“ werden
  • Kronen schützen die Zähne vor erneutem Karies Befall
  • Unschöne Zahnlücken können gefüllt werden
  • erkrankte Zähne können entfernt werden
  • sie verfügen über eine gute Stabilität
  • sie schränken den Patienten nicht ein
  • Die Substanz der Zähne wird geschädigt, da diese geschliffen werden müssen
  • Der Nerv eines Zahnes kann sich entzünden, wenn die Krone nicht richtig sitzt
  • Die Krone muss nach einigen Jahren erneuert werden, weshalb der Zahn immer wieder geschliffen wird, bis er irgendwann gezogen werden muss
  • teilweise sind Zahnkronen unästhetisch

Die Vor-und Nachteile halten sich bei diesem Thema in einem relativen Gleichgewicht, wobei die Vorteile doch etwas überlegen sind. Jedoch gibt es keinerlei Zahnersatz, der nur Vorteile mit sich bringt. Ein Zahnersatz ist ein Fremdkörper, den man ständig bei sich tragen muss und weshalb es wichtig ist, sich bereits vorher ausreichend Gedanken darüber zu machen.

Sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt über die verschiedenen Möglichkeiten. Dieser kann Sie fachkompetent beraten und mit Ihnen gemeinsam die richtige Wahl treffen! 

Die verschiedenen Funktionen der Zahnkrone 

Zahnkronen können nicht immer nur nach Aussehen oder den Kosten gewählt werden. Bei der Wahl der passenden Krone muss ebenso auf das Material geachtet werden. Denn Backenzähne benötigen zum Beispiel widerstandfähigeres Material als die vorderen Zähne. Gemeinsam mit dem Arzt wird besprochen, welches Material am besten genutzt wird.

Vollgusskronen werden zwar nur noch selten hergestellt, stehen aber für große Widerstandskraft und eine lange Haltbarkeit. Da sie ästhetisch aber keinerlei Vorteile bringen, wird diese Art von Kronen nicht mehr oft hergestellt.

Am häufigsten im Gebrauch ist die Verblendkrone. Der Innenraum dieser Krone ist aus Metall, während die Ummantelung aus „Zahnähnlichem“ Keramik besteht. Da diese Krone eine lange Haltbarkeit aufweist und zudem von einem natürlichen Zahn nicht zu unterscheiden ist, gehört sie zu den meist genutzten Kronen.

Besteht der Bedarf bei Schneide- oder Eckzähnen werden meist Keramikkronen angewendet, da diese eine geringere Widerstandsfähigkeit besitzen. Kronen aus Kunststoff werden grundsätzlich nicht als langfristige Kronen eingesetzt. Sie dienen lediglich als Übergangslösung, da ihre Beschaffenheit wenig belastbar ist.

Welches Material für Sie am besten geeignet ist, wird Ihr Zahnarzt mit Ihnen besprechen. Bedenken Sie, dass eine Krone nicht nur schön aussehen muss, sondern auch langfristig als Zahnersatz dienen soll. 

Die professionelle Behandlung

Entscheiden Sie sich für eine Zahnkrone, sollten Sie mit Ihrem Zahnarzt einen Termin ausmachen. Zuerst wird der Zahnarzt Ihre Zähne überprüfen. Dabei diagnostiziert er die Beschaffenheit der Zähne und ob Erkrankungen im Mundraum vorliegen. In einem Gespräch besprechen Sie gemeinsam, welche Art von Zahnkrone am passendsten für Sie ist und welche Funktion diese haben muss. Ebenso können Sie sich bereits jetzt, über die anfallenden Kosten erkundigen und einen Kostenvoranschlag erfragen.

Je nachdem um welchen Zahn es sich handelt, wird der Arzt Ihnen eine passende Krone anbieten. Im Anschluss daran, wird der betroffene Zahn oder was noch davon übrig ist gereinigt und von Zahnstein befreit. Kann der restliche Zahn nicht mehr als Halter für die Krone dienen, wird dieser entfernt und ein Stift in den Kiefer gesetzt, der die Basis der Krone sein wird.

Als nächstes wird Ihre Zahnfarbe ermittelt, um die Krone farbgenau auf den Rest der Zähne abzustimmen. Dies führt dazu, dass man die Krone im Nachhinein nicht mehr als solche erkennt und es ästhetischer ist, als wenn dort ein silberner oder goldener Klotz raus glitzert. Der Zahnarzt nimmt daraufhin noch einen Abdruck Ihres Gebisses, um den genauen Platz der Krone festzulegen. Nun kommt der Zahntechniker ans Werk. Mit Hilfe des Abdruckes erstellt er Ihnen eine passgenaue Zahnkrone, je nach Möglichkeit auch mit dem jeweiligen Wunsch Material.

Grundsätzlich dauert die Erstellung der Krone zwischen fünf und 10 Tage. Fragen Sie beim Zahntechniker nach, wenn Ihnen die Erstellung sehr lang vorkommt oder Sie nichts mehr von Ihrem Zahnarzt hören.

Bei Ihrem nächsten Termin wird der Zahnarzt dann prüfen, ob die Zahnkrone passend gefertigt wurde. Ist dies der Fall, wird diese anhand einer speziellen „Zementmischung“ auf den Zahn oder die Stifthalterung geklebt. Damit die Zahnkrone passgenau sitzt und Sie keine Unebenheiten spüren, wird diese zuletzt geschliffen und an die restlichen Zähne angepasst.

Die Aushärtung des Klebstoffes benötigt nur wenige Stunden, weshalb Ihre Krone noch am selben Tag einsatzbereit ist und genutzt werden darf. Anfangs fühlt es sich vielleicht noch etwas ungewöhnlich an, jedoch gewöhnt man sich sehr schnell an den neuen Begleiter im Mundraum.

Eine Nachkontrolle ist in der Regel nicht nötig. Sollten Sie jedoch feststellen, dass die Krone nicht richtig sitzt oder Ihnen Schwierigkeiten bereitet, suchen Sie zügig einen Arzt auf. Kronen, die nicht ausreichend befestigt sind oder falsch sitzen können schnell zu Karies führen! Ebenso können Sie Verletzungen im Mundraum verursachen, wenn sie abstehen oder sich bewegen. Scheuen Sie sich deshalb nicht, bei Unsicherheiten Ihren Zahnarzt zu fragen.

Zahnkrone – Pflegehinweise

Eine Zahnkrone benötigt die gleiche, regelmäßige und gründliche Pflege wie Ihre anderen Zähne. Denn auch diese kann durch falsche Pflege an Parodontose oder Karies schuld sein. Nur wer richtig pflegt, kann Ablagerungen vermeiden, die zu ernst zunehmenden Folgen führen können. Sinnvoll ist es:

  • mehrmals täglich (mindestens aber zwei Mal) gründlich Zähne zu putzen
  • wenn möglich, eine elektronische- oder eine Schallzahnbürste zu nutzen
  • eine fluoridhaltige Zahnpasta mit Mineralien verwenden
  • Zahnseide zu benutzen
  • regelmäßige Mundduschen durchzuführen
  • Mundspülungen zu verwenden

Die richtige Pflege ist das A und O, um Erkrankungen der Zähne und des Mundraums zu verhindern. Eine Krone kostet viel Geld und sollte deshalb immer gründlich gereinigt werden. Fällt diese einmal aus, weil der haltende Zahn geschwächt ist, kann man die Krone nicht immer nochmal neu einsetzten.

Manchmal ist es nötig, eine neue anzufertigen, was wieder eine Menge Kosten verursacht, die man sich sparen kann. Reinigen Sie deshalb immer gründlich Ihren Mundraum und vermeiden Sie Komplikationen und im schlimmsten Fall erneute Kosten für eine Zahnkrone. Wer diese richtig pflegt, braucht sich keine Gedanken um etwaige Schwierigkeiten zu machen.

Zahnkrone – Kosten

Die Kosten für eine Zahnkrone können relativ unterschiedlich ausfallen. Hier spielen die Lage der Zahnkrone, das verwendete Material, aber auch die Größe eine große Rolle. Oftmals gibt es auch Unterschiede bei verschiedenen Anbietern, die diese herstellen. Deutsche Krankenkassen übernehmen nie die gesamten Kosten eines Zahnersatzes, demnach auch für die Krone nicht.

Ein Großteil der Kosten, der Eigenanteil, muss privat finanziert werden und lässt einen manchmal aus den Sohlen rutschen. Die Kosten für eine Vollgusskrone, die einen kompletten Zahn ersetzt liegen hierbei zwischen 300 und 500 Euro. Aber es geht noch teurer. Werden diese nämlich komplett aus Keramik gefertigt, steigen die Kosten schnell auf bis zu 1000 Euro pro Zahnkrone an! Beachten Sie bitte, dass sich Ihr Eigenanteil enorm erhöhen kann, wenn Sie sich für eine andere Behandlung entscheiden, als von der Krankenkasse vorgeschrieben wird.

Um nicht vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden, bietet es sich an mit dem Zahnarzt ins Gespräch zu kommen. Bitten Sie ihn, einen Kostenvoranschlag zu erstellen und vergleichen Sie ruhig die Preise verschiedener Zahntechniker. Manchmal variieren diese sehr stark, sodass sich der Vergleich lohnt. Ebenso ist es im Vorhinein möglich, eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen.  Je nach Versicherungsumfang können hier sogar komplette Kronen abgesichert werden und man zahlt keinen Cent dazu.

Bedenken Sie, dass es passieren kann, dass Sie im Laufe Ihres Lebens mehrere Kronen benötigen. Zähne sind teuer! Das werden Sie spätestens dann merken, wenn die zweite oder dritte Krone angefertigt werden muss. Machen Sie sich deswegen Gedanken über eine Zahnzusatzversicherung. Diese kann Sie vor enormen Kosten schützen!

Eine weitere Möglichkeit bietet die Finanzierung über die Zahnarztpraxis oder spezielle Banken. Diese haben zum Teil spezielle Angebote, zugeschnitten auf Patienten, die einen Zahnersatz finanziert haben möchten. Nutzen Sie diese Möglichkeit, wenn Sie das Geld gerade nicht zur Hand haben, dennoch nicht auf eine günstige Alternative zurückgreifen möchten, die vielleicht nicht so lange hält oder qualitativ schlechter ist.

Lassen Sie sich die verschiedenen Angebote durch den Kopf gehen und treffen Sie keine voreiligen Entscheidungen. Eine Zahnkrone wird Ihnen viele Jahre Ihres Lebens zur Seite stehen und sollte deshalb mit Bedacht gewählt werden.

Hören Sie sich die Meinung Ihres Zahnarztes an und entscheiden Sie daraufhin, welche Möglichkeit für Sie in Frage kommt.

Wie lange hält die Zahnkrone?

 Jede Zahnkrone hat eine unterschiedlich lange Lebensdauer. Da die Materialien sich grundsätzlich unterscheiden, kann man nicht genau sagen, wie lange welche Krone hält. Dies hängt ebenfalls davon ab, wie diese gepflegt und ob sie mehr oder eher weniger beansprucht wird.

Hinzu kommt, wie die Krone verarbeitet wurde und welchen Platz sie im Mundraum einnimmt. Erkranken zum Beispiel umliegende Zähne oder das Zahnfleisch, kann es unter Umständen dazu führen, dass die Krone entfernt werden muss, um diese Erkrankungen zu behandeln. Nicht immer ist es danach möglich, die entfernte Krone wieder einzusetzen.

Grundsätzlich halten Kronen, bei guter Pflege, zwischen 10 und 20 Jahre. Es liegt an Ihnen, wie gut Sie Ihre Zahnkrone pflegen!

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Über Robert Milan

Der Autor: - Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Lebensweise. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.