Zahnschmerzen bei Erkältung erklärt

Husten, Schnupfen und Kopfschmerzen sind typische Symptome einer Erkältung. Doch viele Menschen erleben zusätzlich ein unangenehmes Ziehen im Oberkiefer oder sogar echte Zahnschmerzen. Das wirkt zunächst widersprüchlich. Die Ursache liegt jedoch oft nicht im Zahn selbst. Stattdessen steckt häufig eine Entzündung der Nasennebenhöhlen dahinter. Diese übt Druck auf die Zahnwurzeln aus und löst Schmerzen aus. Wer die Zusammenhänge versteht, kann gezielt reagieren und unnötige Zahnarztbesuche vermeiden.

Zahnschmerzen bei Erkältung erklärt
Zahnschmerzen bei Erkältung erklärt

Das Wichtigste in Kürze

  • Zahnschmerzen bei Erkältung sind häufig und meist harmlos
  • Ursache ist oft eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
  • Geschwollene Schleimhäute drücken auf Zahnwurzeln im Oberkiefer
  • Schmerzen verstärken sich beim Bücken oder Druck auf das Gesicht
  • Mit Abklingen der Erkältung verschwinden die Beschwerden meist von selbst

Warum tun Zähne bei einer Erkältung weh?

Zahnschmerzen bei einer Erkältung entstehen meist durch eine Nasennebenhöhlenentzündung. Geschwollene Schleimhäute erhöhen den Druck im Oberkiefer und reizen die Zahnwurzeln, was Schmerzen verursacht.

Warum Zahnschmerzen bei Erkältung keine Seltenheit sind

Viele Betroffene erschrecken, wenn während einer Erkältung plötzlich Zahnschmerzen auftreten. Das ist jedoch kein ungewöhnliches Phänomen. Laut Experten tritt dieses Symptom relativ häufig auf. Der Grund liegt in der engen anatomischen Verbindung zwischen Nasennebenhöhlen und Oberkiefer. Gerade die oberen Backenzähne liegen sehr nah an den Kieferhöhlen.

Wenn sich dort Schleim sammelt und Entzündungen entstehen, werden die umliegenden Strukturen beeinflusst. Dadurch entsteht ein Druckgefühl, das sich wie Zahnschmerz anfühlt. Viele Patienten vermuten zunächst ein Zahnproblem. Sie suchen daher einen Zahnarzt auf. Doch oft ist der Hausarzt die bessere Anlaufstelle. Denn die Ursache liegt meist nicht im Zahn selbst, sondern in den Atemwegen.

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Die Rolle der Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)

Eine Erkältung kann sich schnell zu einer sogenannten Sinusitis entwickeln. Dabei entzünden sich die Schleimhäute der Nasennebenhöhlen. Diese schwellen an und produzieren vermehrt Sekret. Gleichzeitig kann der Schleim schlechter abfließen. Dadurch entsteht ein Druck im Kopfbereich. Typisch sind Schmerzen in Stirn und Wangenknochen.

Auch ein allgemeines Druckgefühl im Gesicht tritt häufig auf. Dieser Druck wirkt sich direkt auf den Oberkiefer aus. Da die Zahnwurzeln dort verankert sind, wird der Schmerz weitergeleitet. Besonders tückisch ist, dass sich die Beschwerden wie echte Zahnschmerzen anfühlen. Das macht die Unterscheidung schwierig. Dennoch ist die Ursache meist klar auf die Nebenhöhlen zurückzuführen.

Druck auf die Zahnwurzeln als Hauptursache

Der zentrale Mechanismus hinter den Schmerzen ist der Druckanstieg im Kieferbereich. Wenn die Schleimhäute anschwellen, wird der Raum in den Nebenhöhlen enger. Gleichzeitig sammelt sich Sekret an. Dieser Druck überträgt sich auf die Zahnwurzeln. Besonders betroffen sind die oberen Backenzähne. Die Schmerzen können dumpf oder ziehend sein. Oft verstärken sie sich bei bestimmten Bewegungen.

Ein klassisches Zeichen ist stärkerer Schmerz beim Nach-vorne-Beugen. Auch beim Kauen kann das unangenehm sein. Wichtig ist, dass der Zahn selbst meist gesund ist. Der Schmerz entsteht also indirekt durch die Entzündung. Das erklärt, warum die Beschwerden oft plötzlich auftreten und ebenso schnell wieder verschwinden.

Typische Symptome neben Zahnschmerzen

Zahnschmerzen treten selten isoliert auf. Sie sind meist Teil eines ganzen Symptomkomplexes. Dazu gehören eine verstopfte Nase und Halsschmerzen. Viele Betroffene klagen zudem über Kopfschmerzen. Besonders typisch ist ein Druckgefühl in Stirn und Wangen. Auch ein allgemeines Krankheitsgefühl ist häufig. Der Körper reagiert auf die Infektion mit Müdigkeit und Abgeschlagenheit.

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Der Schleim in den Nebenhöhlen verstärkt das Druckgefühl zusätzlich. Dadurch kann sich der Schmerz im Oberkiefer intensivieren. Diese Kombination hilft bei der Einordnung der Beschwerden. Wer mehrere dieser Symptome gleichzeitig hat, sollte eher an eine Erkältung als an ein Zahnproblem denken.

Behandlung: Was wirklich hilft

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Beschwerden. Da meist eine Sinusitis dahintersteckt, steht deren Linderung im Fokus. Nasenduschen mit Kochsalzlösung sind eine einfache und effektive Methode. Sie befeuchten die Schleimhäute und lösen festsitzenden Schleim. Dadurch wird der Druck reduziert. Auch kortisonhaltige Nasensprays können helfen. Diese sollten jedoch in Absprache mit Arzt oder Apotheker verwendet werden. Abschwellende Nasensprays bringen kurzfristig Erleichterung.

Allerdings sollten sie nur wenige Tage angewendet werden. Sonst kann sich die Nasenschleimhaut daran gewöhnen. Wichtig ist außerdem ausreichend Flüssigkeit. Das unterstützt den Abtransport von Sekret. Ruhe und Schonung fördern zusätzlich die Heilung.

Wann ein Arztbesuch sinnvoll ist

In den meisten Fällen verschwinden die Zahnschmerzen von selbst. Sobald die Erkältung abklingt, lässt auch der Druck nach. Damit verschwinden auch die Schmerzen im Oberkiefer. Bleiben die Beschwerden jedoch bestehen, sollte man handeln. Ein Besuch beim Zahnarzt ist dann sinnvoll. Denn anhaltende Schmerzen können auf ein echtes Zahnproblem hinweisen.

Auch starke oder einseitige Schmerzen sollten abgeklärt werden. Gleiches gilt bei Fieber oder eitrigem Nasensekret. In solchen Fällen kann eine intensivere Behandlung notwendig sein. Die richtige Diagnose ist entscheidend. Nur so lässt sich die Ursache gezielt behandeln.

Unterschätzter Faktor: Körperhaltung und Druckverhalten

Ein oft übersehener Aspekt ist die Rolle der Körperhaltung. Viele Betroffene bemerken, dass sich die Schmerzen beim Bücken verstärken. Das liegt daran, dass sich der Druck in den Nebenhöhlen verändert. Auch langes Liegen kann die Beschwerden verstärken.

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Besonders nachts fühlen sich Zahnschmerzen oft intensiver an. Zusätzlich spielt das individuelle Schmerzempfinden eine Rolle. Manche Menschen reagieren sensibler auf Druckveränderungen. Auch Stress kann die Wahrnehmung verstärken. Dadurch wirken die Schmerzen intensiver, als sie objektiv sind. Dieser Zusammenhang wird häufig unterschätzt. Dabei kann schon eine angepasste Haltung kurzfristig Erleichterung bringen.

Fazit

Zahnschmerzen bei einer Erkältung sind meist harmlos, aber unangenehm. Sie entstehen durch Druck in den Nasennebenhöhlen und betreffen vor allem den Oberkiefer. Die gute Nachricht: Mit dem Abklingen der Erkältung verschwinden die Beschwerden oft von selbst. Wer die Ursache kennt, kann gezielt gegensteuern und unnötige Sorgen vermeiden.

Quellen:

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