Zahnwurzelentzündung – Symptome und Ursachen

Zahnwurzelentzündung Behandlung vom Arzt

Treten Zahnschmerzen auf, ist der Auslöser dafür nicht immer direkt am Zahn zu finden, denn ebenso kann die Ursache für die Qualen im Zahninneren versteckt liegen. Häufig werden die Schmerzen demnach durch eine Zahnwurzelentzündung ausgelöst. Die sogenannte Pulpa ist von zahlreichen, hauchfeinen Nervenfasern durchzogen. Diese reichen bis in den Kieferknochen hinein.

Kommt es zu einem entzündeten Zahnmark, bezeichnen viele dies als Zahnwurzelentzündung. Zahnärzte hingegen sprechen hier von einer sogenannten Pulpitis. Werden die Nervenfasern im Zahnmark gereizt, verursacht dies häufig enorme Schmerzen. In diesem Fall ist eine Wurzelbehandlung nötig. Klingen die schmerzhaften Beschwerden dennoch nicht ab, ist es außerdem nötig eine sogenannte Wurzelspitzenresektion vornehmen zu lassen.

Zahnwurzelentzündung Symptome im Körper

Im Zahnbereich ist das Zahnmark besonders empfindlich. Kommt es zu einer Entzündung dessen, verursacht diese meist extreme Schmerzen, die sich pochend bemerkbar machen. Hinzu kommt, dass der betroffene Zahn druckempfindlich reagiert und auf Heißes, wie Kaltes ebenfalls entsprechende schmerzhafte Reaktionen zeigt.

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Weitet sich die Zahnwurzelentzündung außerdem weiter aus und dringt demnach bis in den Kieferknochen vor, kann sich im umliegenden Gewebe ein Abszess bilden. Im gleichen Zuge kann dies zu Schwellungen, sowie zu Schmerzen führen.

Ursachen einer Zahnwurzelentzündung

Verschiedene Gründe können dafür sorgen, dass sich das Zahnmark entzündet. Nur in seltenen Fällen kommt es vor, dass Zähneknirschen oder ein Trauma für den Beginn einer Zahnwurzelentzündung verantwortlich sind. Ebenso selten, sind schief austretende Weisheitszähne hier die Auslöser für eine solche Entzündung im Inneren des Zahns.

Zwei Ursachen hingegen sorgen häufig für eine Entzündung des Zahnmarks:

  1. Karies

Häufig ist der Auslöser einer Zahnwurzelentzündung Karies. In etwa 90% aller Fälle ist demnach Zahnfäulnis Schuld daran, dass es zu einer solchen Entzündung im Mundraum kommt. Leidet ein Zahn an chronischer Karies, kommt es schnell zu einer Ausbreitung der Keime. Diese fressen sich dann buchstäblich durch das Dentin. Das Dentin hingegen ist über feine Kanäle mit dem Zahnmark verknüpft. Darüber können sich die Bakterien dann bis in die Pulpa ausbreiten. Über das Zahnmark ist es den Keimen somit auch möglich bis zur Zahnwurzel zu gelangen. Durch eine lokale Irritation kommt so zu einer Aktivierung der Entzündungskaskade.

  1. Parodontitis

Ebenfalls kann eine nicht ausreichend behandelte, wie unbemerkte Parodontitis auf die Zahnwurzel übergreifen und hier eine Entzündung erzeugen. So handelt es sich bei einer Parodontitis um eine Infektion, welche bakteriell hervorgerufen wurde. Meist geht hier eine unbehandelte Zahnfleischentzündung voraus. Auch bei der Zahnbettentzündung handelt es sich um eine schleichende Krankheit. Da es hier im Vorfeld oftmals kaum zu Schmerzen kommt, bleibt diese erst einmal unbemerkt.

Zahnwurzelentzündung - Zurück zum schönen Lächeln
Zahnwurzelentzündung – Zurück zum schönen Lächeln

Wird diese demnach nicht behandelt und die Parodontitis erreicht den Kieferknochen, bildet sich dieses mit der Zeit zurück. So zieht sich das Zahnfleisch soweit zurück, dass die Zahnhälse freiliegen. Die Zähne sehen somit nicht nur optisch länger aus, sondern werden auch sehr schmerzempfindlich.

Diagnose einer Wurzelentzündung

Ein Besuch beim Zahnarzt wird natürlich Klarheit verschaffen. Meist ist eine Zahnwurzelentzündung aber äußerlich nicht feststellbar, so dass es wichtig ist die Beschwerden detailliert dem Mediziner zu beschreiben. So gilt es ebenso die Dauer der Schmerzen preiszugeben und auch die Intensivität dessen nicht zu verharmlosen.

Vermutet der behandelnde Zahnarzt jetzt, dass der Zahn bereits abgestorben ist, kann ein Test mit einer eiskalten Substanz oder mit elektrischen Reizen Gewissheit bringen. In den meisten Fällen wird außerdem noch gerne zusätzlich eine Röntgenaufnahme gemacht. So kann es, zum Beispiel, auch sein, dass sich unter einer Zahnkrone oder einer Füllung Kariesbakterien breitgemacht haben, so dass diese die Zahnwurzelentzündung ausgelöst haben. Hinzu kommt, dass es jetzt festzustellen gilt, ob diese bereits bis in den Kieferknochen vorgedrungen sind.

Die Pulpitis Behandlung

Entzündet sich das Zahnmark oder auch nur Teile dessen, muss in der Regel eine Wurzelbehandlung in Angriff genommen werden. Um eine solche Wurzelkanalbehandlung vornehmen zu können, muss der betroffene vorab mit einer Betäubung versehen werden. Auf diese Weise bleibt das anschließende Aufbohren des Zahns meist schmerzlos. Im Anschluss kann dann das infizierte Gewebe entfernt werden.

Die winzigen und hauchfeinen Wurzelkanäle lassen sich dank moderner Zahnmedizin inzwischen mit speziellen Instrumenten säubern. Das heißt, die darin angesiedelten schädlichen Erreger werden entfernt. Erst, wenn die Wurzelkanäle frei von Bakterien sind, kann die Entzündung sich nicht mehr weiter ausbreiten. Hinzu kommt, dass Einlagen, die desinfizierend wirken, in die Kanäle eingelegt werden. Auf diese Weise wird die bestehende Zahnwurzelentzündung aufgehalten. Dieser Prozess kann unter Umständen auch wiederholt vorgenommen werden müssen. Im Anschluss daran, lassen sich die gereinigten Kanäle dann mit einer medizinischen Wurzelfüllpaste abdichten.

Weitere Behandlung nach einer Zahnwurzelbehandlung

Oftmals kommt es nach der Wurzelfüllung erneut zu einer Röntgenaufnahme. Auf diese Weise kann die Füllung nochmals  kontrolliert werden. So ist die Füllung mit einer speziellen Substanz versetzt damit diese auf dem Röntgenbild sichtbar wird. Außerdem wird das Loch, welches während der Behandlung entstanden ist erst einmal provisorisch mit einer Füllung versehen. Kommt es zu keinerlei Beschwerden mehr, wird diese durch eine bleibende Füllung ausgetauscht.

Leider kommt nicht selten vor, dass die Entzündung nach der Behandlung noch weiter abklingen muss. Die feinen Wurzelkanäle sind sehr verzweigt und verlaufen nicht immer gerade, so dass die Reinigung dieser durchaus eine Herausforderung darstellt.

Wann kommt eine Wurzelkanalrevision zum Einsatz?

Bleiben die Beschwerden trotz einer Wurzelkanalbehandlung weiterhin bestehen, wird es meist nötig eine sogenannte Wurzelspitzenresektion vorzunehmen. Hierbei handelt es sich um eine bedeutende Option, um in Folge einer Zahnwurzelentzündung den Zahn trotzdem weiterhin zu erhalten. Auch hierbei handelt es sich inzwischen um einen geringfügigen operativen Eingriff, der völlig schmerzfrei vorgenommen werden kann. So muss der behandelnde Zahnarzt in diesem Fall ein Stück der Wurzelspitze entfernen.

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Hinzu kommt, dass es sein kann, dass der Arzt ebenfalls ein Stück des Gewebes entfernen  und unter Umständen auch eine Zyste beseitigen muss, falls diese sich in Folge der Zahnwurzelentzündung gebildet hat.

Fazit: In den meisten Fällen kommt es zu einer Zahnwurzelentzündung, welche durch Karies ausgelöst wurde. Auch Parodontitis führt in vielen Fällen zu einer Entzündung des Zahnmarks. Demnach ist es stets wichtig auf eine regelmäßige, wie ordentliche Zahnreinigung zu achten. Auch die regelmäßigen Kontrollbesuche beim Zahnarzt gilt es nicht zu vergessen, denn auf diese Weise kann Karies, wie Parodontitis rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Infolgedessen kommt es dann gar nicht erst zu einer Zahnwurzelentzündung.

Video: Zahnwurzelentzündung Wurzelbehandlung wichtig?

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Über Robert Milan

Der Autor: - Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Lebensweise. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.