Zahnfleischentzündung – Ursachen und Symptome einer Gingivitis

In der heutigen Gesellschaft ist die Zahnfleischentzündung, auch Gingivitis genannt, keine Seltenheit mehr. Sie entsteht durch Bakterien, die sich im Mundinnenraum sammeln und das Zahnfleisch angreifen.

Doch auch kleine Abschürfungen im Mund können dazu führen, dass sich unser Zahnfleisch entzündet. Nun muss schnell gehandelt werden, damit keine Parodontitis entsteht, die einen Rückgang des Zahnfleisches mit sich bringt und im schlimmsten Fall zu einem Zahnverlust führt.

Üblicherweise lässt sich eine Zahnfleischentzündung schnell selbstständig behandeln. Hält die Zahnfleischentzündung Dauer jedoch mehrere Tage hartnäckig an, sollten Sie den Weg zum Zahnarzt nicht scheuen!  

Gingivitis – Zahnfleischentzündung > Die Symptome

Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • angeschwollenes Zahnfleisch
  • gerötete Stellen am Zahnfleisch
  • drückende Schmerzen
  • veränderte Mundflora (verstärkter Mundgeruch)
  • Zahnfleischbluten

Ist unser Zahnfleisch erst mal entzündet, erkennt man es durch gerötete Stellen. Manchmal sind erste Schwellungen in den Zahnzwischenräumen zu erkennen, die einen drückenden Schmerz verursachen. Das Zahnfleisch blutet bereits nach leichten Berührungen mit Lebensmitteln oder der Zahnbürste. Gesundes Zahnfleisch erkennt man am rosafarbenden Aussehen, während erkranktes Zahnfleisch eher einen dunklen Rotton zu erkennen lässt.

Bemerken Sie eine dauerhafte Rötung Ihres Zahnfleisches sollten Sie einen Zahnarzt aufsuchen. Dieser behandelt es schmerzfrei mit einer entsprechenden Essenz.

Gingivitis – Zahnfleischentzündung > Die Ursachen

Zu den häufigsten Ursachen einer Gingivitis zählen:

  • nicht ausreichende Mundhygiene
  • kleine Verletzungen oder Abschürfungen

Hauptsächlich entsteht die Entzündung des Zahnfleisches durch unzureichende oder auch nicht gründliche Zahnhygiene. Nahrungsreste, die zwischen den Zähnen bleiben sind ein guter Grund für Bakterien, sich in unserer Mundhöhle anzusiedeln. Sie ernähren sich davon und bilden daraus eine Art Film, der sich über unsere Zähne legt.  Die Plaque.

Wird diese nicht entfernt, nehmen die Bakterien überhand und führen zu einer Entzündung unseres Zahnfleisches. Findet keine ausreichende Mundhygiene statt, lagern sich Mineralstoffe darin ab, die sich in unserem Speichel befinden. Mit der Zeit wird die Plaque zu einem lästigen Zahnstein, den nur noch ein Zahnarzt entfernen kann.

Hat man erst mal Zahnstein, beginnt der Teufelskreis. Bakterien sammeln sich vermehrt darin und die Plaque breitet sich immer weiter aus. Sie wandert in die Zahnzwischenräume und vergrößert diese. Hier entstehen sogenannte „Taschen“ im Zahnfleisch. Resultat: Eine Parodontitis. Die Zahnfleischentzündung hat sich zu einer Infektion des gesamten Kieferbereiches entwickelt und kann zu Zahnfleischrückgang aber auch Zahnverlust führen. Deswegen ist es enorm wichtig, erste Anzeichen einer Gingivitis sofort zu behandeln und einer Parodontitis vorzubeugen! Nicht immer ist es möglich diese noch zu stoppen, wenn sie einmal vorhanden ist. 

Gingivitis – Vermehrtes Risiko

In bestimmten Situationen oder auch bei jedem Menschen, gibt es bestimmte Risikofaktoren, die eine Zahnfleischentzündung bestärken.

Diese Faktoren sind unterschiedlich gewichtet, tragen aber alle dazu bei, das Zahnfleisch zu entzünden:

  • eine ungesunde Ernährungsweise
  • zu wenig Speichel im Mund
  • ein geschwächtes Immunsystem
  • die Atmung vermehrt durch den Mund
  • Stress
  • Rauchen
  • eine hormonelle Veränderung

Ungesunde Ernährung schwächt unser Immunsystem und kann dazu führen, dass unser Zahnfleisch sich schneller entzündet. Die Abwehrsysteme funktionieren nicht wie sie sollen und Bakterien haben freien Zugang in unsere Mundhöhle.

Aber auch Stresssituationen oder das Rauchen erhöhen das Risiko einer Gingivitis. Besonders Raucher erkennen eine Zahnfleischentzündung nämlich erst sehr spät, meist wenn diese sich schon zu einer Parodontitis erweitert hat. Die Inhaltsstoffe im

Zahnfleischentzündung Ratgeber
Zahnfleischentzündung Ratgeber

Qualm der Zigaretten sorgen dafür, dass die Mundschleimhaut nicht ausreichend durchblutet wird und das Zahnfleisch somit nicht blutet. Eins der offensichtlichsten Anzeichen fehlt und die Gingivitis wird deshalb nicht bemerkt.

Hormonelle Veränderungen wie zum Beispiel in der Pubertät, eine Schwangerschaft oder die Einnahme von Medikamenten, können ebenfalls eine Zahnfleischentzündung begünstigen. Dies führt zu einer Schwellung des Zahnfleisches, welches am besten direkt von einem Arzt abgeklärt werden sollte. Werden erste Maßnahmen rechtzeitig ergriffen, muss man sich um die Folgen einer Parodontitis keine Gedanken machen.

Prävention der Gingivitis

Bevor Ihr Zahnfleisch erkrankt, gibt es einige sinnvolle Methoden, die präventiv wirken und Ihnen die Schmerzen ersparen. Dazu gehören:

  • eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung
  • eine tadellose Mund- und Zahnhygiene
  • regelmäßige Zahnprophylaxe

Nur wenn Ihre Ernährung ausgewogen ist, ist Ihr Immunsystem gestärkt, gegen Erreger anzukämpfen. Eine einseitige Ernährung schwächt das Immunsystem und unser Körper ist angreifbar. Ebenso gehört zur Ernährung auch der Umgang mit Zucker. Der Verzicht darauf schützt uns vor Karies und schlechten Zähnen.

Alternativen wie „Xylit“ oder „Xucker“ gibt es heutzutage ausreichend. Das Wichtigste bei der Prävention einer Gingivitis ist und bleibt jedoch die Zahnhygiene. Zahnseide, aber auch Mundduschen sollten in keinem Haushalt fehlen. Wenn es um die Wahl der Zahnbürste geht, rate ich Ihnen jederzeit zu einer elektrischen Bürste, da diese die Zahnzwischenräume gründlicher säubert, als eine Handzahnbürste.

Ebenso wichtig sind Mundspülungen und sogenannte „Zungenbürsten“, die lästige Bakterien und Keime auf der Zunge und im Mundraum verschwinden lassen. Zudem sollten Sie regelmäßig zur Zahnprophylaxe in Ihre Praxis gehen, damit Zahnstein und Verfärbungen entfernt werden können und Ihre Zähne, zumindest einmal im Jahr, professionell gereinigt werden.

Grundsätzlich gilt: Ein Zahnarztbesuch sollte alle 6 Monate stattfinden, um rechtzeitig Veränderungen oder Erkrankungen der Mundhöhle zu erkennen und diese gezielt zu behandeln.

Die Behandlung einer Zahnfleischentzündung

Zahnfleischentzündung Ratgeber
Zahnfleischentzündung Ratgeber

Bemerkt man eine Zahnfleischentzündung zu Beginn der Ausbreitung, bietet es sich an selbst die Initiative zu ergreifen. Dies geht heutzutage ganz einfach mit unterschiedlichen Dingen, die man in jeder „Hausapotheke“ findet. Ist die Entzündung besonders schmerzhaft oder blutet stark, sollte man zunächst mit einem Zahnarzt besprechen, welche Möglichkeiten der Behandlung es gibt.

Die Selbstbehandlung 

Unser Haushalt bietet uns viele verschiedene Möglichkeiten eine beginnende Gingivitis schnell selbst in den Griff zu bekommen. Nützliche Helfer sind:

  • Ingwer
  • Kamille
  • Knoblauch
  • Salzwasser
  • schwarzer Tee
  • Lavendel
  • Kokosöl

Ingwer bietet sich als Allrounder sehr gut an, um Zahnfleischentzündungen zu stoppen. Er wirkt entzündungshemmend und bekämpft Bakterien. Den Ingwer kann man in Teeform trinken oder damit gurgeln.

Auch Kamille kann für vieles verwendet werden, so auch hier. Die desinfizierende Wirkung beruhigt unser Zahnfleisch und vermindert die Beschwerden. Dazu reicht es aus, mehrmals am Tag mit Kamillentee den Mund zu spülen. Entzündungen gehören dann meist schnell der Vergangenheit an.

Knoblauch gehört zu den besten Alltagshelfern. Wer meint, er würde nur Mundgeruch verbreiten, täuscht sich. Knoblauch bringt unser Immunsystem in Schwung, bekämpft die Bakterien zielsicher und hilft bei einer Gingivitis sehr schnell. Hier reicht es, einfach jede Speise mit etwas Knoblauch zu verfeinern.

Auch Salzwasser kennt man durch seine desinfizierende Wirkung. Bei Zahnfleischentzündungen wirkt es effektiv, wenn man es mit der Zahnbürste auf die betroffenen Stellen massiert oder einfach den Mund mehrmals damit umspült.

Schwarzer Tee enthält Tannin welches die Beschwerden der Entzündung lindern kann. Einfach den Teebeutel fünf Minuten auf die schmerzende Stelle auflegen und wirken lassen.

Die Kraft der Lavendelblüte kann uns auch bei der Bekämpfung einer Gingivitis unterstützen. Sie wirkt beruhigend, riecht entspannend und lindert unsere Schmerzen. Lavendel kann als Öl mit Wasser gemischt und als Mundspülung verwendet oder aber als Tee getrunken werden.

Kokosnussöl oder Kokosöl findet man heutzutage ebenfalls in jedem 3. Haushalt. Das ist auch gut so, denn es lindert die Entzündung und entspannt die gereizten Stellen im Mundraum. Dafür reicht es, eine haselnussgroße Menge einfach auf die betroffene Stelle einzumassieren und abzuwarten.

Auch die Wunder der Homöopathie werden immer beliebter bei Zahnfleischentzündungen. Welche Mittel wann helfen, erfahren Sie hier:

Phosphorus:

Zahnfleischbluten gehört zu den meisten Symptomen einer Entzündung des Zahnfleisches. Kommt es häufig dazu, kann man mit Phosphor schnell Abhilfe schaffen. Dies gilt ebenfalls für Anzeichen, dass die Zähne sich lösen.

Mercurius:

Dieses Mittel besteht aus drei verschiedenen Inhaltsstoffen: Salpetersäure, Quecksilber und Quecksilbernitrat. Es wirkt vor allem bei Schmerzen, Rötungen und Schwellungen lindernd.

Arsenicum:

Reagieren Ihre Zähne überempfindlich? Arsenicum album leistet hier zuverlässig Abhilfe.

Belladonna:

Bei Schwellungen und Schmerzen wirkt das homöopathische Mittel Belladonna sehr zuverlässig. Dies gilt auch für ein brennendes Gefühl in der Mundhöhle oder bei leichten Blutungen.

Eine Selbstbehandlung ist einfach, schnell und die Materialien hat man meist zu Hause stets zur Hand. Merken Sie jedoch, dass dies nichts nützt, sollten Sie sich spätestens jetzt auf den Weg zu Ihrem Zahnarzt machen.

Die professionelle Behandlung 

Helfen keine Hausmittel mehr und die Gingivitis schreitet, trotz einer zuverlässigen Prophylaxe weiter an, kann nur noch eine professionelle Behandlung durch einen Zahnarzt Abhilfe schaffen. Dieser entscheidet nach einer kurzen Diagnose, wie weiter verfahren wird.

Werden Bakterien als Verursacher erkannt, behandelt man meistens mit einem Antibiotikum, während andere Ursachen mit einer einfachen Chlor-Mundspülung behoben werden können. Im Anschluss wird geschaut, ob es reicht die Zahnfleischentzündung mit Schmerzmitteln und einer guten Mundhygiene weiter zu behandeln oder ob gegebenenfalls weitere Maßnahmen getroffen werden müssen, weil die Entzündung sich bereits bis zur Zahnwurzel verbreitet hat.

Ist dies der Fall, muss der Zahnarzt umgehend die Wurzelentzündung oder auch die Parodontitis behandeln, damit es nicht zum Zahnverlust führt.

Ist die Wurzel angegriffen, findet eine Therapie anhand einer Wurzelbehandlung statt. Besteht bereits eine Parodontitis, muss sofort gehandelt werden. Ein Screening zeigt hierbei, wie stark diese sich bereits entfaltet hat. Daraufhin werden weitere Schritte der Behandlung festgelegt.

Ihr Zahnarzt wird aber als aller erstes, unter einer leichten Betäubung, die Entzündungsherde um den Zahn herum entfernen. Dies dient zu einer Erhaltung des Halteapparates der Zähne und die Entzündung kann sich nicht weiter ausbreiten.

Eine Parodontitis-Behandlung dauert in der Regel 3-5 Wochen. Nur wenn diese Behandlungsmaßnahmen keine Abhilfe schaffen, kann es sein, dass ein chirurgischer Eingriff erforderlich ist.

Kosten der Parodontitis-Behandlung

Auf Antrag wird die Behandlung einer Parodontitis, in den meisten Fällen, von der Krankenkasse übernommen. Ein Kriterium jedoch ist, dass eine vorherige Behandlung stattgefunden haben muss, die vom Versicherten selbst getragen wird. Je nach Aufwand dieser Behandlung belaufen sich diese Kosten auf etwa 50 – 150 €. Auch hier ist es möglich, bei der Krankenkasse nachzuhören, ob eine Übernahme anteilig geregelt werden kann. Weitere Informationen über die Kostenerstattung und Übernahme erfahren Sie bei Ihrer zuständigen Krankenkasse.

Gingivitis – Nachsorge

Nach der Gingivitis ist vor der Gingivitis!

Denken Sie stets daran, dass eine Zahnfleischentzündung selten alleine kommt. Ist die eine weg, folgt die nächste meist kurz darauf. Deswegen ist es enorm wichtig, folgende Punkte zur Nachsorge zu befolgen:

  • Gehen Sie regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen bei Ihrem Zahnarzt. Dies hilft anstehende Veränderungen im Mundraum schnell zu erkennen und zuverlässig zu behandeln.
  • Nutzen Sie einmal jährlich die Möglichkeit der professionellen Zahnreinigung (Prophylaxe). Die Zähne werden dadurch nochmal zusätzlich geschützt und gestärkt und Zahnfleischentzündungen werden vermindert.
  • Nutzen Sie regelmäßig Zahnseide, Mundspülungen und würzen Sie Ihre Speisen öfter mit Knoblauch. Dies dient dazu Entzündungen vorzubeugen und gleichzeitig alle Nahrungsreste, auch in den Zahnzwischenräumen, erfolgreich zu beseitigen.

Eine zuverlässige Nachsorge, aber auch gleichzeitig Vorsorge ist sehr wichtig, um Zahnfleischentzündungen den Kampf anzusagen. Bemerken Sie die Symptome rechtzeitig, kann sichergestellt werden, dass eine Parodontitis verhindert werden kann. Begeben Sie sich rechtzeitig in zahnärztliche Behandlung und achten Sie sorgsam auf Ihre Zähne.

Nur so können Sie sichergehen, dass eine lästige Gingivitis nicht auch Ihren Mundraum überfällt.

Eine Gingivitis ist schmerzhaft, störend und kann unangenehme Folgen mit sich bringen, wenn eine Behandlung nicht rechtzeitig stattfindet. Bei Unsicherheiten sollten Sie lieber sofort einen Zahnarzt aufsuchen und Ihre Symptome schildern. Dieser kann Ihnen eine zuverlässige Diagnose stellen und Sie auf dem weiteren Weg, im Kampf gegen die Zahnfleischentzündung begleiten.

Mehr Informationen und weiterführende Links:

ZWP Online: Zahnfleischentzündung

DZW Studie zeigt: Nitrathaltiger Gemüsesaft lindert Zahnfleischentzündung

Zahnfleischentzündung – Ursachen und Symptome einer Gingivitis
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Über Robert Milan

Der Autor: - Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Lebensweise. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.