Zähne bleichen – zuhause mit Hausmittel oder lieber beim Zahnarzt

Zähne bleichen - professionelles oder Drogerie-Bleaching?

Mit der Zeit verfärben sich die Zähne und verlieren so ihr strahlendes Weiß. Dabei können wir nur recht wenig Einfluss nehmen. Jegliches Essen hinterlässt Spuren auf unseren Zähnen, die irgendwann zu einer leichten Verfärbung führen. Wen das stört, für den ist das Zähne bleichen genau das richtige!

Natürlich kann man Verfärbungen leicht vorbeugen, indem der Konsum von Rotwein, Kaffee, Nikotin, Tee und noch vielen weiteren Lebensmitteln eingeschränkt wird. Doch seien wir ehrlich – wer will auf so viel verzichten für ein strahlendes Lächeln?

Daher erklären wir Ihnen heute einige Punkte über Zähne bleichen. Dabei gibt es verschiedene Varianten des Bleichens. Jede Option bietet ein unterschiedliches Ergebnis und kommt dementsprechend mit unterschiedlichen Preisen daher. Die Preisspanne erstreckt sich von nur 50 € bis auf 500 Euro pro Behandlung.

Darum verfärben sich Ihre Zähne

Echte weiße Zähne haben, in der Theorie, nur Kinder. Mit der Zeit, beziehungsweise mit steigendem Alter verfärben sich die Zähne, als natürlicher Prozess. Dabei kann es zu einem gelblichen oder aber auch einem gräulichen Ton kommen.

Zähne bleichen - Wirklich weiße Zähne können eigentlich nur Kinder haben
Zähne bleichen – Wirklich weiße Zähne können eigentlich nur Kinder haben

Mit der Zeit nutzt sich der (weiße) Zahnschmelz ab und langsam kommt das Zahnbein zum Vorschein. Dieses Zahnbein hat, im Normalfall, eine gelbe Farbe. Durch den dünner werdenden Zahnschmelz schimmert dieses Gelb nun durch.

Wie schnell der Abbau des Zahnschmelzes abläuft, kann keiner genau bestätigen. Zu viele variable Faktoren wirken dabei ein. Allem voran: die Gene. Im genetischen Code könnten sich Informationen über die Beständigkeit der Zähne befinden. Je nachdem entwickelt sich der Abbau verschieden. Äußere Einflüsse tragen trotzdem einen großen Teil dazu bei, wie schnell das Zahnbein durchschimmert.

Äußere Einflüsse zur Zahnverfärbung

Der natürliche Vorgang lässt sich durch verschiedene Faktoren beeinflussen. Angefangen bei der Ernährung, bzw. Genussmittel. Insbesondere Kaffee, Tee sowie Rotwein und Nikotin beschleunigen eine Verfärbung. Dabei ist es eine „Mischung“ zwischen Zahnschmelzabbau und Farbstoffen. Beispielsweise baut Rotwein den Zahnschmelz schneller ab, durch die enthaltenen Säuren. Tee hingegen sorgt für einen schwer zu entfernenden Zahnbelag, der bei anhaltendem Konsum deutlich für Verfärbungen sorgt.

Doch nicht nur unser Essen nimmt Einfluss. Amalgam-Füllungen sind ein weiterer Kandidat. Genauso wie abgestorbenes Zahnmark, ein Kalziummangel oder ein Überschuss an Fluor. Für hellere und weiße Zähne kann nur noch das Zahnbleaching (also das Zähne bleichen) aushelfen.

Wasserstoffperoxid zum Zähne bleichen

Wer seine Zähne wieder weiß haben will, der kommt nicht darum herum seine Zähne bleichen zu müssen. Das dafür verwendete Mittel ist Wasserstoffperoxid. Friseuren und Kunden sollte dieser Begriff bekannt vorkommen. Wasserstoffperoxid kommt beim Haare-färben zum Einsatz – vorrangig zum Blondieren und Aufhellen.

Die Chemikalie verursacht einen Bruch der Farbmoleküle, sodass die behandelte Stelle weiß wirkt. Beinhaltet das Bleichmittel ausreichend Wasserstoffperoxid, dann kommt es als eine Art Paste auf die Zähne. Einige Zeit wirkt es ein und danach strahlt das Gebiss in einem begehrten Weiß.

Bevor Sie eine Wasserstoffperoxid-Behandlung eingehen

Bevor Sie sich wirklich die Zähne bleichen lassen, sollten aber auch mal die negativen Aspekte eine Behandlung beleuchtet werden. Beispielsweise die Erfolgschance. Ja, das Zahnbleaching ist kein Garant dafür, dass die Zähne auch wirklich weiß sind.
Die Erfolgschance liegt bei 95 %. 5 % der Fälle hingegen verzeichnen keine Aufhellung, sodass die gelbliche Verfärbung immer noch erkennbar ist. Auch Besitzer von vielen Kunststoff-Füllungen sollten aufpassen. Mit einem Bleaching kann es zu Flecken kommen. Gelblich-weißen Flecken, die keine Verbesserung der Ästhetik bringen.

Außerdem sollte man bedenken, dass das Bleaching nicht ewig hält. Etwa zwei Jahre bleiben die Zähne aufgehellt, danach nehmen die Verfärbungen wieder zu. Nach drei Jahren sollten Sie den Vorgang wiederholen.

Zähne bleichen zu Hause?

Ein Blick auf die Fotoplattform Instagram oder etlichen Blogs und Sie werden schnell erkennen: Zähne bleichen kann man auch zu Hause. Es muss also nicht zwingend die teure und professionelle Behandlung beim Arzt sein. Ob das Ergebnis dann genauso gut wie beim Zahnarzt, dann müssen Sie selbst entscheiden.

Dabei gibt es verschiedene Produkte, welche einfach in der Drogerie kaufbar sind, oder aber auch in der Apotheke. Die Produktpallette reicht von Gelen und Lacken, welche direkt auf die Zähne aufgetragen werden. Stiften die eine kurze Verbesserung bringen. Oder Pasten, welche über eine Schiene an die Zähne gedrückt wird, und unter Lichtbestrahlung steht.

Bevor Sie aber solche „Experimente“ wagen, ist ein Zahnarztbesuch wichtig! Dort soll das Gebiss einmal kontrolliert werden, ob sich beispielsweise Risse im Zahnschmelz befinden. Ist das der Fall, dann haben Sie sich selbst starke Schmerzen erspart.

Sind Zähne von Rissen durchzogen, oder von Karies befallen und erfahren dann eine Behandlung kann das sehr schmerzhaft sein. Die Chemikalie dringt in diese offenen Stellen ein und reizt die empfindlichen Nerven sehr stark.

Es empfiehlt sich auch, zuvor eine professionelle Zahnreinigung in Anspruch zu nehmen. Wie zuvor schon erwähnt, sorgen beispielsweise Tees für schwere Ablagerungen auf den Zähnen. Mit einer professionellen Reinigung lassen sich solche entfernen. Vielleich reicht Ihnen das Ergebnis danach auch schon aus und Sie sparen sich eine Menge Geld. Außerdem stärken Sie Ihre Zahngesundheit!

Anwendung von Drogerie-Bleichartikeln

Wer sich für die Zahnaufhellung durch Streifen oder auch „Stripes“ entscheidet, hat mitunter die einfachste Variante ausgesucht. Die Prozedur dauert, je nach Hersteller, etwa zwei Wochen. In diesen zwei Wochen sollen die Bleaching-Stripes zweimal täglich aufgetragen werden. Jede Anwendung braucht dann 30 Minuten Einwirkzeit.

Sind die zwei Wochen um, sollten die Zähne heller sein. Laut Herstellern hält dieses Bleaching für fast sechs Monate.
Die Gebissschiene mit Paste ist eine etwas längere Anwendung. Die allgemeine Behandlung dauert auch zwei Wochen. Jedoch müssen Sie hier ein bis zwei Stunden am Tag einplanen und die Schiene samt Paste einwirken lassen. Nach den zwei Wochen sollten Sie auch hier eine hellere Farbnuance erkenne.

Wichtig ist es aber zu wissen, dass das Endergebnis nicht so deutlich sein wird, wie beim Profi. Die Aufhellung ist nicht sehr intensiv, da sich in den Produkten wesentlich weniger Bleichmittel enthalten ist. Für eine drastische Aufhellung sollten Sie mit Ihrem Zahnarzt sprechen.

Zähne bleichen im Bleaching-Studio

Das sogenannte „In-Office-Bleaching“, also das Bleichen in einer Praxis, wird vom Spezialisten persönlich durchgeführt. Die Behandlung läuft dabei ganz ähnlich der der Gebissschiene ab. Auf die Zähne wird eine Paste aufgetragen, welche jedoch deutlich konzentrierter daher kommt. Es ist also deutlich mehr Bleichmittel enthalten. So weißt das Gebiss schneller auf und das Endresultat hält viel länger an.

Vor der Prozedur gibt es kleine Sicherheitsvorkehrungen. So muss bei einer Behandlung das Zahnfleisch geschützt sein. Eine Art Gummischiene wird dafür über das Zahnfleisch gelegt, um Verletzungen und starke Reizungen zu vermeiden. Danach trägt der Profi auch schon das Gel auf.

Zähne bleichen - Die professionelle Art im Studio
Zähne bleichen – Die professionelle Art im Studio

Je nach der Stärke der Verfärbung ist die Konzentration und Einwirkdauer des Gels unterschiedlich. Im Durchschnitt dauert das Einwirken 15 bis 30 Minuten. Solange bis das Gel nicht mehr sichtbar ist. Danach ist die Behandlung aber noch nicht zu Ende! Die Zähne bekommen anschließend eine Politur, sowie eine weitere Behandlung mit Fluor.

Bevor Sie in ein Bleaching-Studio gehen

Es ist ganz wichtig zu wissen, dass Bleaching-Spezialisten keine richtigen Zahnärzte sind! Schäden an Gebiss und Zahnschmelz können die Profis oftmals nicht erkennen, weshalb ein Zahnarztbesuch unabdingbar ist. Es ist nur zu Ihrem eigenen Wohl! Die Schmerzen sind sehr stark bei möglichen Schäden.

Mitarbeiter achten nicht auf freiliegende Zahnhälse, Karies und Schmelzrisse. Dafür steht ihnen auch oftmals nicht die nötige Technik zur Verfügung. So werden diese Zahnprobleme erst beim Auftragen der Paste bemerkt. Schmerzlich bemerkt. Wer nicht zwei Besuche abhalten möchte, kann sich die Zähne auch gleich vom Zahnarzt bleichen lassen. (Nicht jeder Zahnarzt ist darin ausgebildet, oder stellt die Dienstleistung zur Verfügung!)

Bleaching beim Zahnarzt

Die Zähne lassen sich auch beim Zahnarzt bleichen. Nicht jeder stellt diese Möglichkeit zur Verfügung, aber mittlerweile ist es sehr weit verbreitet. Diese Variante bringt auch eine Vielzahl an Vorteilen mit sich, ist jedoch auch häufig die teuerste Option.

Ein Zahnarzt führt zuerst einige Untersuchungen durch, ob sich am Zahnschmelz Schäden befinden. Ob Zahnhälse freiliegen, oder sich Zahnkrankheiten finden lassen. Auch lassen sich die Ursachen für die Verfärbungen ermitteln. So lässt sich die Behandlung je nach Ursache anpassen. So auch die Konzentration des Bleichmittels, um Reizungen am Zahn möglichst gering zu halten.

Zusätzlich kann der Patient sich einen gewünschten Farbton aussuchen, sodass das Ergebnis auf Anhieb zufriedenstellend ist.

Das Bleichen von Wurzelfüllungen

Auch die abgestorbenen Zähne verändern die Farbe nach einiger Zeit. Oftmals handelt es sich dabei um ein Hellgrau. Irgendwann wird es deutlich Grau und sehr viel später wird es zu einem dunkleren Blau. Grund liegt in der Wurzelbehandlung, beziehungsweise der Wurzelfüllung.

In der Wurzelbehandlung muss der Nervenkanal geschlossen werden. Dafür setzt der Arzt Füllmaterial ein, welches in vielen Fällen ein bläulich schimmert. Nach einiger Zeit beginnt auch diese Füllung durch den Zahn zu schimmern. Es ist also ein ähnlicher Fall, wie mit dem Zahnbein.

Doch diese Verfärbung lässt sich ebenfalls beheben. Der Eingriff dafür ist etwas komplizierter! Der Zahn muss leider nochmal geöffnet werden, da es beim Bleichen mit Wurzelfüllung um die Füllung geht. So kommt es zum Bleaching von Zahn und Füllung.

Dafür bohrt der Mediziner die Zahnkrone an. Dichtet die tiefen Wurzelkanäle ab und beginnt dann auch schon mit dem Bleichen. Ist das getan, soll die Krone wieder geschlossen werden. Das kann manchmal etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, da es wichtig ist, das kein Bleichmittel aus der Krone läuft.

Manche Patienten empfinden diese Art der Behandlung als nervig. Die Resultate lassen sich nämlich erst nach drei bis maximal fünf Tagen erkennen. Sollte danach immer noch keine Verbesserung eintreten, muss der Eingriff wiederholt werden.

Gefahren und Risiken

Einige Gefahren haben wir ja bereits angesprochen, doch wir fassen hier noch einmal alles zusammen. Zahnprobleme, wie beispielsweise Karies, rissiger Zahnschmelz und freiliegende Zahnhälse können beim Bleichen ein ernsthaftes Problem ergeben.

Dringt das Bleichmittel durch Risse oder Löcher in den Zahn ein und erreicht die Nerven, stellen sich starke Schmerzen ein. Die Nerven sind zu stark gereizt von der Bleiche. Das trifft für eine professionelle Behandlung zu, aber auch für die private Anwendung von Drogerieartikeln.

Deshalb ist es ganz wichtig, vor dem Bleaching, egal ob professionell oder privat, den Zahnarzt zu besuchen. So können diese möglichen Schäden erkennen und gegebenenfalls sanieren. Sind die Zahnhälse im Allgemeinen sehr empfindlich, dann sollten Sie den Gedanken vergessen. Empfindliche Zähne reagieren kritisch auf Bleichmittel.

So besteht die Gefahr, dass das Zahnbein angegriffen wird und auf Dauer immer poröser wird. Für solch empfindliche Zähne empfehlen sich allerhöchstens die Bleaching-Streifen.

Gefahren mit Füllungen

Befindet sich im Gebiss eine oder mehrere Amalgam-Füllungen dann herrscht große Vorsicht bei einer Anwendung mit Bleichmittel. Die Kombination aus beidem setzt das Quecksilber in der Füllung frei. Damit es nicht dazu kommt, kann vor der Behandlung ein versiegelnder Lack aufgetragen werden. Ob einem das sicher genug ist, hängt dann von einem selbst ab.

Kunststofffüllungen hingegen leiden einfach unter dem Bleaching. Bei mehreren Anwendungen werden die Füllungen immer poröser. In Folge dessen müssen diese von Zeit zu Zeit erneuert werden.

Kosten für das Zähne bleichen

Die Preise und Kosten variieren, je nachdem, welche Produktart Sie wählen. Einfach Drogerieartikel, bzw. Apothekenartikel kosten zwischen 20 und 50 Euro. Wesentlich teurer wird es da bei den Profis. Im Studio oder beim Zahnarzt kommt es ganz auf die Rechenart an.

Allgemein liegt die Preisspanne zwischen 200 und 600 Euro. So kann das Bleaching pro Kiefer berechnet werden, oder aber auch pro Zahn. Eine Kieferseite kostet etwa 150 bis 300 Euro. Ein Zahn alleine kostet zwischen 70 und 120 Euro.

Natürlich übernimmt die Krankenkasse hier nichts. Es handelt sich bei der Bleaching-Behandlung ausschließlich um die Schönheit und steht nicht im Zusammenhang mit einer Gefährdung der Gesundheit. Schade eigentlich.

Video: Zähne bleichen Erfahrung – Professionelles Bleaching

Zähne bleichen – zuhause mit Hausmittel oder lieber beim Zahnarzt
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Über Robert Milan

- Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Lebensweise. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.