Zähneknirschen - Bruxismus Ursachen und Behandlung
Zähneknirschen - Bruxismus Ursachen und Behandlung

Zähneknirschen – Ursachen und Vorbeugen gegen weiteren Zahnschmelzverlust

Zähneknirschen betrifft vor allem Frauen. Rund 80% der Damen leiden am sogenannten Bruxismus. Vor allem zwischen dem 30. und 45. Lebensjahr knirschen viele Frauen des Nachts unbewusst mit Zähnen. Auch Kleinkinder, sowie Kinder pressen aber häufig die Zähne im Schlaf aufeinander oder reiben diese aneinander und sorgen damit für unangenehme Geräusche.

Zähneknirschen ist relativ weit verbreitet und kann Folgen für die Gesundheit haben. So wirkt sich das Knirschen mit den Zähnen häufig negativ auf die Zahngesundheit aus, denn auf diese Weise können Schäden am Kauapparat entstehen. Durchaus gibt es sogar Menschen, die am sogenannten Wachbruxismus leiden.

Zähneknirschen Symptome

In der Regel bekommen die Betroffenen selbst vom Zähneknirschen nichts mit, denn in den meisten Fällen tritt dieses in der Nacht im Schlaf auf. Vor allem am Morgen nach dem Aufwachen, bemerken viele aber Schmerzen am Kaumuskel. In einigen Fällen kommt es sogar zu einem Knacken im Kiefer, wenn der Mund geöffnet oder geschlossen wird. Durch den immensen Druck kann es außerdem zu Zahnschmerzen oder zu Kopf-, wie Kieferschmerzen kommen.

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Oftmals zeigen sich die Nachwirkungen des nächtlichen Zähneknirschens auch beim Besuch beim Zahnarzt. So sind die Kauflächen unter Umständen abgerieben oder es zeigen sich bereits Schmelzrisse. Hinzu kommt, dass ebenso die Zahnhälse empfindlich werden können. Wer lediglich vermutet, dass er im Schlaf mit den Zähnen knirscht, sollte einmal seinen Partner fragen. Oftmals werden diese von den nächtlichen Geräuschen sogar geweckt. Das Abtasten der Wangenmuskeln zum Kiefergelenk hin, kann außerdem zeigen, ob Sie an Verspannungen oder Verhärtungen am Morgen leiden.

Keineswegs knirschen Menschen aber nur im Schlaf des Nachts mit den Zähnen, denn so mancher leidet auch am sogenannten Wachbruxismus. Unbewusst pressen Betroffene in diesem Fall auch Tagsüber den Ober- und Unterkiefer zusammen. Häufig geschieht dies in Stresssituationen.

Ursachen für Bruxismus bei Erwachsenen

Zahnärzte beschreiben das Knirschen mit den Zähnen als Parafunktion, denn die Aktivität des Kaumuskels erfüllt jetzt keinen bestimmten Zweck. So drückt, presst oder beißt der Betroffene mit einem immensen Druck die Zähne aufeinander. Weitaus stärker als beim normalen Kauen kommt es hier zu einer Beißkraft von bis zu 400 Kilo.

Bislang wissen die Experten noch nicht, ob das Zähneknirschen genetisch bedingt ist. Fest steht lediglich, dass viele Erwachsene vor allem bei Stress oder bei der Verarbeitung seelischer Probleme mit den Zähnen knirschen. Angststörungen, Depressionen, Alltagsbelastungen, sowie soziale Vereinsamung können hier die Auslöser sein.

Zähneknirschen - Häufig zählt Stress und seelische Belastung zur Hauptursache
Zähneknirschen – Häufig zählt Stress und seelische Belastung zur Hauptursache

Des Weiteren kann aber ebenfalls ein Problem dahinter stecken, welches orthopädisch erzeugt wird. Zahnformen, veränderte Zahnstellungen oder auch ein schlecht sitzender Zahnersatz können ebenfalls für das Zähneknirschen verantwortlich sein.

Außerdem stehen auch Alkohol, bestimmte Psychopharmaka, Drogen oder Medikamente im Verdacht Zähneknirschen auslösen zu können. In einigen Fällen kann diese nächtliche Aktivität aber ebenso einfach nur eine schlechte Angewohnheit sein, welche dennoch behandlungsbedürftig ist.

Ursachen für Bruxismus bei Kindern

Kommt es bei Babys oder Kleinkindern zum nächtlichen Zähneknirschen hängt dies oft mit schlecht sitzenden Milchzähnen zusammen. Durch das Nachwachsen der bleibenden Zähne verschwindet das Knirschen meist von selbst. Häufig knirschen die Kleinen mit den Zähnen sobald die ersten Milchzähne erscheinen. So gehört der Bruxismus in den ersten Lebensmonaten bis hin zum dritten Lebensjahr meist zum ganz normalen Entwicklungsphänomen.

In dieser Zeit wachsen die Milchzähne nun einmal durch die Zahnleiste in die Mundhöhle hinein. Ihren festen Platz müssen diese Zähne erst noch finden. Die Kauflächen reiben gegeneinander, so dass es zu einem Abschleifen kommt, um den richtigen Zusammenbiss zwischen Ober-, wie Unterkiefer zu konstruieren. Behandlungsbedürftig ist dieses Zähneknirschen nicht. Zahnärzte bezeichnen dies als „Zähne einbeißen“.

Zähneknirschen Behandlung

Zu aller erst schließt der Zahnarzt andere Ursachen für die Schmerzen aus. Im nächsten Schritt untersucht dieser ob eine Fehlfunktion, die mit der Kieferbewegung zu tun hat vorliegt und ob der Kiefer unter Umständen überlastet ist.

Zahnmediziner nennen dies eine klinische Funktionsanalyse. So tastet der Zahnarzt die Kaumuskulatur ab und untersucht die Mundhöhle. Durch das Abtasten des Kiefergelenks, sowie der Wangenknochen kann dieser feststellen, wie groß das Ausmaß des Bruxismus ist.

Folgende Möglichkeiten gibt es um Zähneknirschen zu behandeln:

  • Aufbissschiene

Eine individuell angepasste Aufbissschiene oder auch Knirscherschiene besteht aus Kunststoff und gehört zu den häufigsten Behandlungsmethoden des Zahnarztes, wenn Patienten mit den Zähnen knirschen. So kommt eine durchsichtige Kunststoffschiene vor allem nachts zum Einsatz, um zu verhindern, dass der Zahnschmelz noch weiter abgetragen wird. Auf diese Weise werden die Zahnreihen auf Abstand gehalten, so dass Ober-, wie Unterkiefer getrennt werden. Außerdem entlastet diese Schiene die Muskulatur. Bei der Aufbissschiene handelt es sich um eine Therapie, die Symptome behandelt, die bereits akut sind. Demnach behandelt diese die Symptome, nicht aber die Ursache des Zähneknirschens.

  • Okkulationsschiene

Um Beschwerden durch das starke Pressen, wie Knirschen der Zähne zu vermeiden, kann es besser sein, eine individuell angepasste Okkulationsschiene zu tragen. Diese Schiene ist aufwendiger in ihrer Konstruktion, denn je nach Modell stellt diese zusätzlich eine Kieferposition ein, die den Unterkiefer stabilisiert, sowie die Kaumuskeln entlastet. Bei rund 50% der Patienten kann die Okkulationsschiene die Intensivität des Zähneknirschens reduzieren und eine gesunde Zahnstellung unterstützen.

  • Medikamente

Auch Medikamente können begleitend zu einer Schienentherapie oder der Ausübung verschiedener Entspannungstechniken zum Einsatz kommen. Da bestimmte Wirkstoffe allerdings im Verdacht stehen Wechselwirkungen mit dem neuralen System zu haben, die demnach Bruxismus auslösen bzw. verstärken können, werden diese nur sehr selten eingesetzt. Nur unter strengen Auflagen werden diese dann verordnet.

  • Entspannungstechniken

Zahlreichen Betroffenen helfen ebenfalls Entspannungstechniken, wie Yoga, eine Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen oder ein Training, welches autogen vorgenommen wird. In manchen Fällen kann bei Bruxismus ebenso eine Psychotherapie Sinn machen. So können auf diese Weise belastende Ereignisse aus der Vergangenheit aufgearbeitet werden und so der Stresspegel gesenkt werden.

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Fazit: Zähneknirschen, auch Bruxismus genannt, kann nicht nur dem Partner den letzten Nerv rauben. Auch die Zähne können hier Schaden nehmen, wenn Betroffene jede Nacht einen immensen Druck auf ihr Gebiss ausüben. Außerdem kann das nächtliche Knirschen für Verspannungen sorgen und sogar Schmerzen auslösen.

Demnach ist auch in diesem Fall ein Besuch beim Zahnarzt ratsam, denn mit speziellen Schienen oder anderen Maßnahmen kann das Knirschen unterbunden werden, so dass Zahnschmelzrisse und andere Beschwerden behoben werden können. Manchmal helfen ebenso Entspannungstechniken gegen Bruxismus, denn häufig wird das Zähneknirschen durch Stress ausgelöst. Auch Sport oder andere Maßnahmen die Stress abbauen, können in diesem Fall hilfreich sein.

Video: Zähneknirschen – Übungen zum Vorbeugen von Bruxismus

Zähneknirschen – Ursachen und Vorbeugen gegen weiteren Zahnschmelzverlust
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Über Robert Milan

Der Autor: - Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Lebensweise. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.