Mit Aktivkohle Zähne aufhellen?
Mit Aktivkohle Zähne aufhellen?

Mit Aktivkohle Zähne aufhellen – Erfahrungen, Risiken und Anwendung

Kann Aktivkohle Zähne aktiv aufhellen? Mit Hilfe von Aktivkohle soll man Zähne aufhellen können, ohne dass  Chemie zum Einsatz kommen muss. Demnach handelt es sich hier um eine Alternative zum bekannten, chemischen Zahnbleaching. Vor allem im Netz finden sich zahlreiche Vor-, wie Nachher Bilder, die belegen, dass Aktivkohle für weißere Zähne sorgt. Leider werden in den Erfahrungsberichten aber meist die Risiken einfach weggelassen, so dass wir uns jetzt einmal näher mit dem Thema Aktivkohle Zähne befassen.

Aktivkohle beschert in dieser Hinsicht leider nicht nur Vorteile, sondern besitzt auch negative Eigenschaften. Viele Anwender kennen diese Nachteile gar nicht und schaden ihren Zähnen mit der regelmäßigen Nutzung mehr, als sie Gutes tun.

Aktivkohle Wirkung

Hersteller der Aktivkohle werben immer wieder gerne mit der reinigenden Wirkungskraft dieser speziellen Kohle. Schon seit vielen Jahrzehnten wird diese auch tatsächlich in der Medizin verwendet. Sogar heutzutage kommt Kohle in Form von Tabletten zum Einsatz, um Giftstoffe aus dem Magen-Darm-System zu spülen. So besitzt diese Substanz eine Oberfläche, welche rau ist. Andere Stoffe können sich hier leicht festsetzen. Demnach bindet Aktivkohle wirklich Verschmutzungen, wie Schadstoffe und andere Verunreinigungen an sich.

Dennoch ist der Nutzen von Aktivkohle in Kosmetikprodukten heute umstritten, denn die zahnaufhellende Wirkung besitzt hier einen ganz anderen Grund. So entfernt die Aktivkohle zwar Verunreinigungen für eine kurze Zeit, allerdings werden die Zähne nicht durch besondere Eigenschaften des Produkts heller. Es ist schlichtweg das Pulver selbst, welches für weißere Zähne sorgt.

Die kleinen Körner wirken ähnlich wie Schleifpapier und sind demnach vergleichbar mit den Putzkörperchen in Zahnpasten. Somit schrubben diese die Verfärbungen von den Zähnen und führen durch das Abreiben zu einem helleren Gebiss. Herkömmliche Zahncremes, welche mit Fluoride versetzt sind, tun im Grunde nichts anderes. Auch diese sorgen durch den erhöhten Abrieb für weißere Zähne. Da dieser Abrieb bei der Nutzung von Aktivkohle aber noch höher ist, empfiehlt es sich besser auf den Einsatz dieses Produkts zu verzichten.

Wer regelmäßig seine Zähne mit Aktivkohle behandelt, sorgt dafür, dass die Schutzschicht der Zähne Stück für Stück abgetragen wird. Gerade im Alter kann dies zu schmerzhaften, wie kostspieligen Zahnschäden führen. Hinzu kommt, dass im Gleichklang die Zahnoberflächen aufgeraut werden, so dass sich Beläge und Farbpigmente leichter festsetzen können.

Anwendung von Aktivkohle Zähne

Aktivkohle ist inzwischen im Handel in verschiedenen Formen zu haben. So gibt es diese spezielle Kohle, beispielsweise, als Pulver zu kaufen. Schwarz, wie die Nacht enthält diese Aktivkohle keinerlei Zusatzstoffe. Neben der Pulverform gibt es die Aktivkohle außerdem noch in Form von Kapseln auf dem Markt. Vor dem Zähneputzen gilt es auf diese Kapseln zu kauen, so dass die Anwendung erleichtert wird.

Des Weiteren findet sich Aktivkohle dann noch als Zusatz in Zahncremes. Immer mehr Hersteller fügen ihren Produkten Aktivkohle zu, um auf diese Weise die aufhellende Wirkung zu verbessern. Natürlich dient diese Maßnahme ebenso werbenden Zwecken.

Aktivkohle als Zahnpastazusatz

Nicht nur in Pulverform ist Aktivkohle heute erhältlich, denn auch viele Zahnpasten enthalten inzwischen diesen Zusatz. Die Risiken für Zahnschäden sind in diesem Fall zwar nicht ganz so groß, dennoch gilt es hier Vorsicht walten zu lassen und skeptisch zu sein. In den meisten Fällen dient die Aktivkohle hier lediglich Marketingzwecken. So kann diese spezielle Kohle zwar Schadstoffe an sich binden, bis Anwender allerdings die Zahnpasta Tube öffnen, ist die Wirkung meist schon verloren gegangen. Schließlich ist die Aktivkohle jetzt bereits über Wochen mit anderen Inhaltssubstanzen in Kontakt.

Hinzu kommt, dass die Kohle möglicherweise immer noch enorm den Abrieb erhöht. Dies sorgt vor allem bei Zähnen für Probleme, die empfindlich reagieren. Das Erhöhen des Abriebs ist demnach nicht immer gut, so dass Menschen mit empfindlichen Zähnen besser zur Sensitiv-Variante greifen sollten. Auf diese Weise werden die Zähne dann schonend und sanft gereinigt.

Alternativen zu Aktivkohle

Wer lediglich auf Aktivkohle zurückgreifen möchte, um seine Zähne zu weißen, der sollte besser auf andere Möglichkeiten Setzen, die schonender sind. Durchaus lassen sich Zahnverfärbungen auch auf andere Weise entfernen. Wissenswert ist hier außerdem, dass der Farbton der Zähne genetisch bedingt ist, so dass eine Aufhellung ohne chemische Zusätze ohnehin nur bis zu einem gewissen Grad mit Hausmitteln möglich ist.

Wer sich demnach eine Zahnaufhellung darüber hinaus wünscht, kann dies meist nur mit einem professionellen Bleaching erreichen. In diesem Fall  gilt es dann einen Spezialisten aufzusuchen. Wobei chemische Zusätze jetzt die Zähne aufhellen.

Folgendes Hausmittel sorgt ebenfalls für weißere Zähne:

  1. Kokosöl als schonende Alternative

Im Vergleich zu Aktivkohle ist der positive Nutzen von Kokosöl inzwischen wissenschaftlich bewiesen. Laut der Experten sollte aber auch dieses Öl nur zur Ergänzung einer konsequenten Zahnhygiene dienen. Demnach gilt es sich auch weiterhin mindestens zweimal täglich die Zähne mit Zahnpasta zu putzen und die Zahnzwischenräume mit Zahnseide zu säubern. Kein Superfood und auch kein geheimer Trick sind in der Lage das gründliche Zähneputzen mit richtiger Technik zu ersetzen.

So entfernt die Zahnbürste durch das Schrubben nicht nur allein gelbe Zahnbeläge, sondern hilft ebenso zu vermeiden, dass sich neue färbende Substanzen an den Zahnoberflächen breitmachen. Wer zusätzlich auch noch regelmäßig Zahnseide verwendet, reinigt außerdem die Zahnzwischenräume vorbildlich, denn gerade hier setzen sich allzu gerne schadhafte Bakterien fest. Diese sorgen dann oftmals für Mundgeruch, sowie für unschöne Flecken. Wer also schöne weiße Zähne sein Eigen nennen möchte, sollte vor allem Wert auf eine regelmäßige, gründliche Zahnreinigung legen.

Video: So bekommst du weisse Zähne – Mit Aktivkohle Zähneputzen

Fazit: Aktivkohle kann zeitweise für weißere Zähne sorgen, allerdings kann die regelmäßige Anwendung sich auch negativ auf die Zahngesundheit auswirken. So sind es hier nicht die besonderen Eigenschaften, die für eine Aufhellung sorgen, sondern das Pulver an sich. Dieses sorgt für einen erhöhten Abrieb, so dass Anwender mit jedem Einsatz der Aktivkohle die Schutzschicht der Zahnoberflächen abtragen. Dies wiederum macht die Zähne anfälliger für neue Verfärbungen, so dass es besser ist auf eine andere Methode zurückzugreifen.

Während Aktivkohle nicht nur Vorteile mit sich bringt, sondern ebenso Nachteile, beschert Kokosöl bei der Zahngesundheit ausschließlich positive Effekte. Mit Hilfe des Ölziehens lassen sich ebenfalls die Zähne aufhellen. Außerdem besitzt Kokosnussöl eine antibakterielle Wirkung, weshalb Experten dazu raten, dieses Öl zusätzlich zur täglichen Zahnpflege anzuwenden. Ohne dass der Zahnschmelz angegriffen wird, kommt es in diesem Fall zur einer Zahnaufhellung, so dass Kokosöl die weitaus bessere Alternative darstellt, als Aktivkohle.

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Über Robert Milan

Der Autor: - Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Lebensweise. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.