Kann man natürlich Zahnschmelz aufbauen?
Kann man natürlich Zahnschmelz aufbauen?

Zahnschmelz aufbauen

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, ob die Werbung von der BioRepair Zahncreme eigentlich stimmen kann? Der Slogan, welcher besagt, dass Sie damit Zahnschmelz rauf- statt abputzen weckt doch ein geraumes Interesse. Leider kann ich Ihnen bereits hier die Illusion nehmen – Nein! Zahnschmelz aufbauen funktioniert allgemein nicht, und mit einer Zahncreme auch nicht.

Allerdings gibt es zahlreiche Maßnahmen bei denen Sie weiteren Verlust vorbeugen, und den bestehen Schmelz festigen. Das wiederum kann auch per Zahncreme funktionieren. Doch neben einer teuren Creme gibt es auch viele andere Methoden für gesunde Zähne und ein gesundes Gebiss. Fangen wir mit Zahnschmelz aufbauen heute an!

Was ist Zahnschmelz?

Bevor wir mit dem Aufbauen, Verfestigen und Vorbeugen anfangen, sollte man sich ein kurzes Verständnis über Zahnschmelz aneignen. Immerhin handelt es sich hierbei und das härteste Gewebe welches unser Körper hervorbringt, also ist Wissen über Schutz und Pflege von wesentlichem Vorteil. Es umgibt das Zahnbein, auch Dentin genannt, welches einen Großteil des Zahns ausmacht, und schützt es vor der Abnutzung.

Durch die Position als äußerste Schicht, schützt der Zahnschmelz die Zähne vor Temperaturextremen, der täglichen Abnutzung und natürlich vor Verschleiß. Bei einer starken Abnutzung des Zahnschmelzes, bekommen wir die Wichtigkeit dessen deutlich zu spüren. Zahnschmerzen sind die Folge, und von einer sehr unangenehmen Sorte, da das Dentin extrem empfindlich ist.

Das Zahnbein unter dem Zahnschmelz

Zähne können sich mit dem Alter gelblich verfärben. Grund dafür ist das Zahnbein, welches unter dem Zahnschmelz geschützt liegt. So wie der Zahnschmelz besitzt auch Dentin die Aufgabe den Zahn mit seinen empfindlichen Nervenbahnen. Der Nachteil am Dentin ist allerdings, dass es viel anfälliger und leichter zerstörbar ist als der Zahnschmelz.

Säuren und Bakterien können dieses knochenähnliche Gewebe mit Leichtigkeit. Grund dafür liegt in aber Millionen von feinen Kanälen die das gesamte Zahnbein durchziehen. Diese Kanälchen verbinden das Zahnbein mit dem Zahninneren, bzw. der Pulpa, in der die gesamten Nerven liegen. Das Ergebnis sind starke Zahnschmerzen.

Dabei begegnen wir Säuren und Bakterien tagtäglich. Verschiedene Lebensmittel wie beispielsweise Äpfel, Cola, Weine oder Zitronen machen es unserem Zahn schwer. Mit der Zeit frisst sich die Säure immer tiefer in den Zahn. Erste Anzeichen sind dann die berühmten „Heiß-Kalt-Schmerzen“. Blitzartige stechende Schmerzen sind genauso ein Resultat von Säure.

Aus diesem Grund benötigen wir den Zahnschmelz so dringlich und sollten dringend daran arbeiten Zahnschmelz aufbauen zu können.

Woran erkenne ich den Abbau meines Zahnschmelzes?

Da der Zahnschmelz so beständig ist, und auch selbst keine Nervenbahn besitzt, sind mögliche Verschleißanzeichen schwer zu erkennen. Vorbeugende Maßnahmen, wie sie gerade in solchen Anfangsszenarien wichtig wären, sind so schwer einzusetzen. Die ersten Anzeichen machen sich wie folgt deutlich:

  • Schmerzen nach dem Essen von säurehaltigen und süßen Lebensmitteln, oder/und von heißen und kalten Speisen und Getränken.
  • Auftreten von pochendem Druckschmerz beim Kauen.
  • Nach der Benutzung von Zahnseide tritt vermehrt Zahnfleischbluten auf.
  • Durch Löcher sammeln sich Keime im Mundraum an. Die Folge ist bestehender Mundgeruch.
  • Vermehrte Keime lösen Zahnfleischentzündungen aus.

Eine richtige Methode um die ersten Anzeichen zu erkennen gibt es leider nicht. Die einzige Möglichkeit ist ein Röntgenbild beim Zahnarzt. Das benötigt allerdings eine regelmäßige Kontrolle durch den Zahnarzt, und damit auch regelmäßige Zahnarztbesuche. Stellt dieser dann kleine Löcher in Ihren Zähnen fest, dann ist eine kleine Behandlung möglich.

Dabei spricht der Fachmann von einem minimalinvasiven Eingriff. Sprich, es handelt sich um einen schonenden Eingriff an der Zahnsubstanz. Wie genau so ein Eingriff aussieht, das ist von Zahnarzt zu Zahnarzt verschiedene. Minimalinvasiv deckt sozusagen einen gesamten Behandlungsspecktrum ab. Im Endeffekt sollen die feinen Löcher verschlossen sein, sodass kein Schädling in das Innere eines Zahnes gelangen kann.

Zahnschmelz aufbauen – Geht das überhaupt?

Zahnschmelz ist einer der wichtigsten Bestandteile unseres Körpers, nur leider behandeln die wenigsten Menschen ihn auch mit der nötigen Sorgfalt. Erst wenn die Zahnschmerzen eintreten, dann werden wir aktiv, obwohl es an dieser Stelle schon viel zu spät ist. Insbesondere durch eine mangelende Zahnpflege, einer schädlichen Ernährung und durch die schlichte Abnutzung.

Über die Zeit trägt sich immer mehr Zahnschmelz ab. Die Schutzschicht wird dünner und schmerzempfindliche Zähne und Zahnprobleme sind keine Überraschung mehr. Und die tragische Nachricht – dieser Prozess lässt sich auch nicht rückgängig machen. Ist Zahnschmelz einmal abgenutzt, dann bleibt dieser auch abgenutzt.

Aus diesem Grund sind die Versprechungen der Zahnpflegeprodukte meistens reine Illusion. Eine sehr teure Illusion, die so oder so durch einen teuren Eingriff durch den Zahnarzt ersetzt werden muss. Ist das Loch erst mal im Zahn dann verschwindet dieses auch nicht so einfach wieder. Und nachdem Sie viel Geld für die vermeidlichen Wundermittel bezahlt haben, stehen Sie trotzdem vor der Hürde des Bohrens.

Die einzige Möglichkeit Zahnschmelz aufbauen zu können ist, den Abbau davon zu verhindern. Dafür bieten sich verschiedene Maßnahmen an, um Zahnschmelzabbau zu stoppen.

Ursachen des Abbaus vermeiden

Einer der zwei Dinge, die Sie gegen Zahnschmelzabbau unternehmen können, ist das Vermeiden von Ursachen. An erster Stelle steht dabei natürlich die Ernährung, welche unzählige Säuren enthalten kann. Auch mechanische Einflüsse, beispielsweise Zähneknirschen oder falsches Zähneputzen, negative Auswirkungen haben.

In seltenen Fällen zählen auch Krankheiten dazu. Bulimie ist einer der stärksten Vertreter, da durch das Brechen die Zähne ständig mit Magensäure belastet werden.

Kontrolle durch den Zahnarzt

Ein regelmäßiger Besuch beim Zahnarzt kann bereits wahre Wunder wirken. Sie wollen sich Schmerzen und die damit zusammenhängenden Folgen ersparen? Dann nehmen Sie das Angebot ernst. Einmal pro Jahr sollte ein erwachsener Mensch den Arzt aufsuchen und eine Kontrolle durchführen lassen.

Da das Anfangsstadium von solchen Schmerzen nur schwer erkennbar ist, jedoch der Arzt die richtigen Mittel besitzt, ist ein Besuch unverzichtbar. Leichte Verfärbungen und seichte Schmerzen lassen sich bereits korrigieren.

Die richtige Mundhygiene für gesunden Zahnschmelz

Falsche oder übertriebene Zahnhygiene kann den Zahnschmelz genauso schädigen. Weshalb Zahnschmelz aufbauen bereits mit der Wahl der richtigen Zahnpasta beginnt. Insbesondere die Weißmacher- bzw. Aufhellungsprodukte sind ein absolutes No Go, da diese auch dauerhafte Schäden verursachen können.

Wirkstoff Titandioxid

Der Übeltäter in der Zahnpasta ist ein Wirkstoff namens Titandioxid. Auf kurze Zeit gesehen ist dieser Wirkstoff extrem klasse, da Sie damit ein strahlend weißes Lächeln bekommen. Doch werfen Sie einen Blick auf die Langzeitwirkung, dann müssen Sie schon überlegen, ob es Ihnen das wert ist.

Denn der Zahnschmelz wird angegriffen. Zusätzlich können sich sogar Furchen im Schmelz bilden, an denen sich weitere Verfärbungen sammeln. Also ein eher kontraproduktives und schädliches Konzept.

Putzkörperchen

Doch neben dem Wirkstoff kommen auch sogenannte „Putzkörperchen“ zum Einsatz. Solche Zahncremen setzen auf Abrasion. Also einem erhöhten Abrieb durch kleinste Schleifpartikelchen, welcher ebenso für weiße Zähne sorgt.

Solche Produkte sorgen über eine lange Zeit für sehr empfindliche Zähne (und die Wirkung ist nicht umkehrbar!). Die Nebenwirkungen bleiben spürbar, weshalb Sie hier besonders vorsichtig sein sollten. Entscheiden Sie sich für eine Whitening Creme, dann bitte eine mit geringem Abrieb. Der Abrieb lässt sich unter RDA finden.

RDA ist eine Abkürzung für Relativ Dentin Abrasion – was dann so viel bedeutet wie „verhältnismäßiger Abrieb von Zähnen“. Eine Zahnpasta für sensitive Zähne besitzt einen RDA-Wert von 20, und nach diesem sollten Sie sich bestenfalls orientieren.

Zahnschmelz aufbauen Hausmittel

Natürlich gibt es jetzt auch keine Hausmittel, denen Sie den Zahnschmelz wieder zurückbringen. Allerdings finden sich einige nützliche Dinge im Haushalt, welche den Abbau stoppen können. Die Hausmittel lassen sich gut als eine Ergänzung beim Aufbau verwenden, und sind dabei sehr günstig. Das Einzige was Sie mitbringen müssen, ist ein wenig Disziplin.

Die Mittel benötigen eine tägliche konsequente Anwendung, ansonsten sind sie nicht sehr wirkungsvoll. Doch denken Sie daran, einige Minuten am Tag und etwas Kleingeld ersparen Ihnen eine Menge Probleme.

Die volle Hygiene – Zahnpasta, Zahnseide und Mundspülung

Liegen Fehler in Ihrer Mundhygiene vor, kann sich das Risiko um einiges vervielfachen. Deshalb geben Sie bei Ihren täglichen Morgen- und Abendroutine mehr acht. Benutzen Sie eine Handzahnbürste? Probieren Sie eine elektrische Zahnbürste, da diese eine bessere Reinigung erzielen. Außerdem gleichen elektrische Modelle fehlerhafte Handtechniken aus.

Leiden Sie bereits an sensiblen Zähnen, dann ist eine Ultraschallzahnbürste perfekt für Sie. Der Bürstenkopf bewegt sich nicht, weshalb es eine ideale und angenehme Reinigung für freiliegende Zahnhälse oder bereits beschädigten Zahnschmelz ermöglicht.

Nach der Reinigung setzen Sie zusätzlich Zahnseide oder Interdentalbürsten ein. Diese verbessern die Reinigung in den Zahnzwischenräumen drastisch. Bakterien werden entfernt und minimieren das Risiko von verletzten Zähnen. Auch die Chance von Mundgeruch minimiert sich. Wem die Seide oder kleine Bürste zu viel Arbeit macht, für den steht auch eine Munddusche zur Verfügung.

Schlussendlich ergänzen Sie das Reinigungspaket mit einer richtig Zahnpasta, einer geeigneten Mundspüllung (antibakteriell) oder nützlichen Hausmitteln. Birkenzucker oder insbesondere Kokosöl sind hervorragende Zahnpflegemittel.

Ernährungsumstellung – Zucker raus!

Süßkram ist eine richtige Belastungsprobe für den gesamten Mundraum. Regulieren Sie also den Konsum von Süßigkeiten, Chips, Cola und sonstigen zuckerigen Dickmachern herunter. Stattdessen empfiehlt sich eine ballaststoffreiche Ernährung. Idealerweise eine mit hohem „Kauanteil“. Paradebeispiel ist Vollkornbrot.

Auch Lebensmittel mit einem hohen Anteil an Xylit, einem natürlichen Zuckeralkohol aus Gemüse, sind empfehlenswert.

Auch nachts sollten Sie kleine Snacks, bzw. das Essen allgemein unterlassen. Also essen nach dem Zähneputzen abends unterlassen. Über die Nacht haben die verschiedenen Säuren der Lebensmittel nämlich genug Zeit auf Zahnschmelz einzuwirken. Schäden sind damit vorprogrammiert. Auch zwischen abendlicher Mahlzeit und Zähneputzen sollten Sie etwas Zeit planen.

Durch das Essen ist der Zahnschmelz aufgeweicht, eine Zahnbürste kann auch hier Schäden anrichten. Geben Sie dem Schmelz zeit sich zu festigen.

Professionelle Maßnahmen für den Zahnschmelzaufbau

Direkt den Zahnschmelz aufzubauen ist auch unserer modernen Medizin nicht möglich, außer Sie ersetzen den Zahn komplett. Allerdings gibt es einige Methoden die den Abbau sofort stoppen. Zusätzlich erhalten Sie vom Zahnarzt auch eine geraume Auswahl an Möglichkeiten, wie Sie die Ursachen verhindern. Deshalb ist ein Kontrollbesuch beim Zahnarzt sehr wichtig.

Durch Röntgen kann dieser beispielsweise versteckte Löcher in den Zahnleisten ausmachen. Das hilft bereits um die weiteren Schritte in der Zahnpflege zu bestimmen.

Zahnfüllungen gegen Löcher in den Zähnen

Sind bereits Löcher durch Karies entstanden, dann eine Füllung die Ausbreitung sofort verhindern. Bleiben solche Löcher unverschlossen, können sich immer mehr Bakterien ansiedeln und dringen weiter in das Zahninnere ein.

Zahnversiegelung für verstärkten Zahnschmelz

Eine Zahnversiegelung dient direkt zur Verstärkung des Zahnschmelzes. Am häufigsten, bzw. am sinnvollsten ist diese Methode an den Backenzähnen. Das Risiko für einen Karies-Befall sinkt deutlich. Allerdings macht diese Behandlung nur unter zwei Bedingungen Sinn.

Erstens muss der Zahn noch vollkommen intakt sein, also keine Schäden oder Krankheiten aufweisen. Außerdem wird diese Methode meistens nur bis zu einem Alter von 20 angewandt, da das Risiko von fauligen Zähnen bis dahin am größten ist. Karies ist nach einer Versiegelung so gut wie nicht möglich (bei weiterhin guter Zahnhygiene).

Eine professionelle Zahnreinigung

Solche eine Reinigung ist perfekt um belastende Beläge von Zahn zu entfernen. Zahnstein und verfärbende Beläge sind damit wunderbar entfernbar. Besonders hartnäckige Verfärbungen, wie sie Kaffee, Tabak und Tee hinterlassen sind auch eine Belastung für Zähne. In diesen Ablagerungen befinden sich perfekte Lebensräume für Bakterien.

Außerdem lassen sich schwer erreichbare Stellen im Mundraum hervorragend damit reinigen. Dabei müssen Sie keine Angst vor Komplikationen haben, denn solch eine Reinigung ist immer zahnschonend und gründlich gestaltet.

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Über Robert Milan

Der Autor: - Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Lebensweise. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.